Wolpe-Collection

Die Wolpe-Collection: Fünf unkonventionelle Entwürfe werden für die heutige moderne Design-Landschaft neu aufgelegt

Obwohl viele Jahrzehnte alt, teilweise vergessen und nie digitalisiert, strahlen die fünf Schriften von Berthold Wolpe einen modernen Retro-Charme aus. Toshi Omagari von Monotype hat diese Schriften bei Recherchen im Archiv gefunden, modernisiert, überarbeitet und ausgebaut, um sie schließlich als Wolpe-Collection zu veröffentlichen. Die sehr unterschiedlichen Stilrichtungen von Albertus® Nova, Wolpe Fanfare™, Wolpe Pegasus™, Wolpe Tempest™ und Sachsenwald™ decken dabei einen großen Bereich an Einsatzmöglichkeiten ab.

Wolpe-Collection

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Berthold Wolpe wird 1905 in Offenbach (Deutschland) geboren und studiert an der Kunstgewerbeschule Offenbach bei Rudolf Koch. Hier lernt er auch die Kunst des Metallgravierens, die später wesentlichen Einfluss auf die Buchstabenformen seiner Schriften haben wird. Als Sohn einer jüdischen Familie wird Wolpe 1935 von den Nazis ins Exil nach London gezwungen, wo er bis zu seinem Tod 1989 bleibt. In London arbeitet Wolpe nicht nur als Lehrer, sondern er gestaltet auch, zunächst für Fanfare Press später dann für den Verlag Faber & Faber, über 1500 Buch-Cover. In diesem Zusammenhang entstehen Ende der 1930er, Anfang der 1940er Jahre auch die fünf Schriften, die jetzt als Wolpe-Collection wieder entdeckt wurden.

Albertus Nova

Albertus Nova

Albertus, benannt nach dem deutschen Bischoff und Gelehrten Albertus Magnus, ist die bekannteste Schrift in der Wolpe-Collection und die einzige, von der bisher eine digitale Version existierte. Anfang der 1930er Jahre sieht Stanley Morison Fotos von Bronze-Gravuren, die der junge Wolpe bei Koch angefertigt und zu einem Besuch in London mitgebracht hat. Morison erkennt die Qualität der Gestaltung und regt an, die Buchstaben zu einer kompletten Schrift auszubauen.
Serifen, die auch der Abschluss einer Federschrift sein könnten und ein an Blackletter erinnernder Kontrast in der Strichstärke geben der gut lesbaren Schrift einen historischen, etwas archaischen Charakter. Nicht nur auf den von Wolpe gestalteten Buchtiteln, sondern auch auf Straßenschildern in London, im Titel einer 60er-Jahre Fernsehserie oder in aktuellen Computerspielen, wie „Lord of the Rings“ kommt Albertus immer wieder zum Einsatz.
Und es ist auch diese Schrift – genauer gesagt, das komplett verunglückte gemeine „g“ – die Toshi Omagari ins Archiv zum Recherchieren treibt. Ausgerechnet eine Version der Albertus, die für die damaligen Druckprozesse stark komprimiert und reduziert wurde, diente als Vorlage für die spätere Digitalisierung. Zum Glück findet Omagari auch eine schönere, weniger komprimierte Headline-Variante, die er als Basis für das Remake, die Albertus Nova, benutzt.
Abgeleitet von Wolpes Skizzen werden hier unter anderem zahlreiche alternative Versalformen, wie zum Beispiel das runde „E“, das im Titel der Kultserie „The Prisoner“ zum Einsatz kam, ergänzt. Außerdem entwirft Omagari griechische und kyrillische Zeichen sowie drei weitere Strichstärken. Damit steht die zeitlos schöne Schrift, befreit von alten Macken und mit fünf Schnitten gut ausgebaut, mit ihrem modernen aber auch etwas archaischen Flair zur Verfügung.

Wolpe Fanfare

Wolpe Fanfare

Die leicht geneigten Buchstaben der Kapitälchenschrift entstehen Ende der 1930er Jahre für Buchtitel bei Fanfare Press. Leicht schräge Schultern und Abschlüsse unterstützen den dynamischen Charakter der Schrift und lassen die Buchstaben scheinbar von der Grundlinie abheben. Für Omagari ist die Fanfare einer der beeindrucktesten Funde im Archiv – auch wenn er auf den ersten Blick nicht erwartet hätte, dass sie aus der gleichen Hand wie die Albertus stammt. Für das Remake, die Wolpe Fanfare, nimmt Omagari den fetten Schnitt als Vorlage, entwickelt vier leichtere Versionen wie auch ein Overlay-Schnitt mit Inline-Figuren für die Black und ergänzt griechische und kyrillische Zeichen. Ideal für Buch- oder Filmtitel sowie Logos und Branding-Aufgaben, kann die schmallaufende Schrift ihren markanten Charakter in zahlreichen Anwendungen ausspielen.

Wolpe Pegasus

Wolpe Pegasus

Die mit kräftigen, dreieckigen Serifen ausgestattete Pegasus wird von Wolpe ursprünglich als ergänzende Textschrift für die Albertus gezeichnet. Ein deutlicher Kontrast in der Strichstärke, markante Tropfen und runde Punkte nehmen etwas Strenge aus dem auffälligen Design. Zahlreiche Unregelmäßigkeiten, fehlende Symmetrien, wie auch einige übergroße Serifen geben Pegasus einen sehr eigenen Charakter mit hohem Wiederkennungswert.
Omagari war bei seinem Remake, der Wolpe Pegasus, drauf und dran, diese Ecken und Kanten zu korrigieren, begriff dann aber, dass sie keine Fehler, sondern bewusste Designentscheidungen eines Mannes waren, der seine Schriften mit der Hand entwickelt hat – immer mit Blick auf die optimale Lesbarkeit. Pegasus Wolpe behält also den ungewöhnlichen Charakter bei und wird von Omagari nur um zusätzliche, moderne Zeichen, sowie eine Italic-Bold ergänzt. Insgesamt eine ungewöhnliche, sehr individuelle aber charakterstarke Textschrift mit viel Persönlichkeit.

Wolpe Tempest

Wolpe Tempest

Geschickt platzierte runde Abschlüsse geben der geneigten Versalschrift Tempest eine sehr freundliche und dynamische Erscheinung. Auch diese Schrift zeichnet Wolpe ursprünglich für Buchtitel bei Fanfare Press, als bewussten Bruch mit den damals populären, formalen und statischen Italic Sans Serif.
Omagari ist von der modernen Frische des Entwurfes begeistert: eine Schrift, die auch erst vor einigen Jahren hätte entstanden sein können. Für das Remake Wolpe Tempest behält er die ursprünglichen Formen bei, ergänzt Zeichen mit ausgezogenen Abschlüssen, die Logos oder Titelgestaltungen eine weitere, individuelle Note verleihen können. Außerdem leitet er von dem Original zusätzlich drei leichtere Strichstärken ab und erweitert damit die Einsatzmöglichkeiten dieser freundlichen Schrift.

Sachsenwald

Sachsenwald

Angelehnt an Inschriften, die Wolpe für Kirchenglocken in Deutschland gefertigt hat, zeichnet er die Fraktur Sachsenwald. Da der Charakter der Buchstaben weicher und nicht ganz so dicht wie üblich ist, wirkt die Schrift auch freundlicher und offener als andere Vertreter des Genres. Die Veröffentlichung der Schrift 1938 verhindern eine weite Verbreitung der Schrift. Abseits vom politischen Kontext können Frakturschriften aber zum Beispiel im Bereich der Musik oder Lebensmittelverpackungen mit ihrem besonderen Charakter punkten. Und genau hier sieht Omagari auch den Einsatzbereich der überarbeiteten und ausgebauten Sachsenwald, die ein historisches, traditionelles Flair in Ihre Gestaltungen bringt.

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