Posterama

Posterama: 63 Fonts für eine typografische Reise durch das 20. Jahrhundert

Der Superfamilie Posterama von Jim Ford liegt eine außergewöhnliche Designidee zu Grunde. Eine konstruierte Sans stellt die Basis und wird von Ford durch leichte Modifikationen in den Formen und vor allem durch markante, charakteristische Buchstaben an verschiedene, gestalterische Epochen von 1901 bis 2001 angepasst. Nutzen Sie die acht Display-Schriftfamilien mit Versalbuchstaben und die Textschrift-Familie auch mit Gemeinen zur Gestaltung von Postern, Schildern, in der Werbung oder dem Verpackungsdesign.

Posterama

Ausgangspunkt des sich über viele Jahre hinziehenden Entwicklungsprozesses ist eine Schrift, die Ford für seine Band entwirft. Inspiriert durch die Arbeiten des experimentellen Malers und Objektkünstlers Marcel Duchamp – auch Namensgeber für die Band – entsteht ein konstruiertes Alphabet im Stil der Bauhaustypografie. Ford stellt sich dann die Frage, wie das Alphabet unter dem Einfluss anderer Epochen aussehen würde. Mit Unterstützung von Karl Leuthold und Diane Collier unternimmt Ford eine Reise durch die Typografie des 20. Jahrhunderts. Es entstehen acht Familien, von denen jede einer Jahreszahl zugeordnet ist. Sie stehen weniger für das korrekte Datum der verwendeten Typografie als vielmehr symbolisch für die Zeit, die den jeweiligen Entwurf prägt – beeinflusst von Typografie, Kunst oder der politischen Großwetterlage. Neben einer vorsichtigen Modifikation der Grundform gestaltet Ford vor allem markante Buchstaben, die charakteristische Merkmale der jeweiligen Epoche ausdrücken.

Diese acht Familien sind als Versalschrift für den Displaysatz ausgelegt. Sie verfügen über jeweils sieben identische Strichstärken von Light bis Ultra und können dementsprechend problemlos untereinander ausgetauscht werden. Eine neunte, relativ neutral gestaltete Text-Familie stellt schließlich auch Kleinbuchstaben zur Verfügung.


Posterama Text

Posterama Text
Von ganz leichten Modifikationen abgesehen sind die Versalien identisch mit der Posterama 1927. Als einzige Familie bietet die Posterama Text allerdings Kleinbuchstaben und kann daher als weitgehend neutrales Design zusammen mit allen anderen Familien eingesetzt werden. Desweiteren bietet Posterama Text einen erweiterten Sprachausbau in OpenType W1G.


Posterama 1901

Posterama 1901
Diese Familie ist von der Arts & Crafts-Epoche wie auch Art Nouveau-Bewegung Anfang des 20. Jahrhunderts inspiriert. Ausdruck findet diese Epoche zum Beispiel in den sehr schmal gestalteten Buchstaben „C“ und „S“ oder dem unterstrichenen „O“.

Posterama 1913

Posterama 1913
Die Armory Show von 1913, mit der die europäische Modern Art in Amerika gezeigt wurde, stellt den Bezugspunkt für die sehr abstrakten Formen dieser Familie dar. Markant sind die als Dreieck und Rechteck gestalteten Buchstaben „A“ und „N“, das an das griechische Sigma erinnernde „E“ oder die Punkte in „O“ und „Q“.

Posterama 1919

Posterama 1919
Mit dieser Familie bezieht sich Ford auf das Gründungsjahr des Bauhauses in Dessau. Markantester Buchstabe der sonst nur sehr vorsichtig modifizierten Schrift ist das gerundete „A“.

Posterama 1927

Posterama 1927
Das gestalterisch zurückhaltende und neutralste Design in der Posterama-Großfamilie ist eine Reminiszenz an die von Paul Renner 1927 veröffentlichte Futura®. Ein alternatives „M“ mit diagonalen Beinen und ein geometrisches „A“ können den Charakter der Epoche zusätzlich betonen.

Posterama 1933

Posterama 1933
Posterama 1933 greift die Gestaltung der Art Deco-Epoche auf und erinnert mit dem Datum an die große Wirtschaftskrise in den USA und den sich ankündigenden Zweiten Weltkrieg. Charakteristisch ist eine sehr geringe x-Höhe, die sich in niedrigen Querbalken zum Beispiel bei „A“, „E“ oder „R“ ausdrückt.

Posterama 1945

Posterama 1945
Benannt nach dem Enddatum des Zweiten Weltkriegs greift diese Familie gestalterisch den sich anschließenden Kalten Krieg und die Spannungen zwischen UDSSR und USA auf. Ford setzt gestalterisch dafür Formen ein, die an kyrillische Buchstaben erinnern.

Posterama 1984

Posterama 1984
Der dystopische Zukunfts-Roman „1984“ von George Orwell leiht dieser Familie seinen Namen. Bei den geometrisch, gerundeten Buchstaben, wie „A“, „M“ und „N“ greift Ford die Ästhetik von Science-Fiction-Filmen aus den 1980er Jahren auf. Alternative Zeichen stellen zusätzlich futuristisch anmutende Buchstaben zur Verfügung.

Posterama 2001

Posterama 2001
Auch für diese Familie steht ein Science Fiction, „2001 – A Space Odyssey“, Pate für den Namen. Die sehr modernen, reduzierten Formen der Posterama 2001 stellen das ursprünglich für Fords Band entworfene Design dar. Zahlreiche sehr geometrische und reduzierte Formen sind als alternative Zeichen enthalten.

Lesen Sie auch das Interview mit Jim Ford über die Posterama.

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