Die drei Familien der Palatino von Hermann Zapf

Die drei Familien der Palatino von Hermann Zapf

Palatino    
Die Renaissance Antiqua Palatino® von Hermann Zapf orientiert sich an den Schriften der alten Meister und trägt deswegen auch den Namen von Giambattista Palatino. Als eigenständiges Design ist die 1950 veröffentlichte Schrift inzwischen selbst zum Klassiker geworden. Anfang des neuen Jahrtausends nimmt sich Zapf zusammen mit Akira Kobayashi die Palatino noch einmal vor „um alte Fehler zu korrigieren“ und Kompromisse für Blei- und Fotosatz zu entfernen. Es entsteht nicht nur die Palatino® nova, sondern auch die serifenlosen Palatino® Sans und Palatino® Sans Informal.


Palatino nova

Palatino nova

Die Palatino ist eine der bekanntesten Schriften von Hermann Zapf. Erste Entwürfe entstehen ab 1948 – die fertige Schrift für den Bleisatz erscheint 1950 bei der Stempel AG. Später wird die sehr populäre Palatino für den Fotosatz adaptiert und ihre digitale Variante gehört seit jeher zu den beliebtesten Schriften.
Klare Buchstabenformen, offene Punzen und ein lebendiger Charakter durch geschickt eingearbeitete, kalligrafische Einflüsse sind die wesentlichen Merkmale der nicht nur im Buchdruck gerne eingesetzten Palatino. Hohen Wiederkennungswert haben auch die nicht vollständig geschlossenen Punzen beim versalen „P“ und „R“.
Da die verschiedenen Produktionswege, vom Blei-, über Fotosatz hin zur digitalen Schrift Kompromisse und Spuren in der Palatino hinterlassen haben, beginnt Zapf, unterstützt von Akira Kobayashi, Anfang des neuen Jahrtausends seine Schrift zu überarbeiten. Die neue Palatino nova korrigiert aber nicht nur alte Probleme, sondern vorsichtige Veränderungen, wie leicht gekürzte Serifen und etwas rundere Ecken, arbeiten den unverwechselbaren Charakter des Palatino-Entwurfes weiter aus.
Palatino nova liegt in den vier fein abgestuften Strichstärken, Light, Regular, Medium und Bold jeweils mit passenden Italic-Schnitten vor. Alle Schnitte sind unterschiedlichen Ziffernsets und Kapitälchen ausgestattet. Außerdem ergänzt Zapf zwei Titling-Varianten.


Palatino Sans

Palatino Sans

Nach Umsetzung der Palatino nova beginnt Hermann Zapf, die alte Palatino-Idee zu vollenden und entwirft einen serifenlosen Begleiter. Dabei bleiben die grundsätzliche Buchstabenform sowie Besonderheiten – zum Beispiel die nicht geschlossenen Punzen von „P“ und „R“ – erhalten. Deutlich zurückgenommen wird aber der Kontrast in der Strichstärke. Der Einfluss eine Antiqua ist zwar noch zu erkennen und leicht gekehlte Stämme erinnern an die Optima®, charakterbestimmend sind aber die deutlich gerundeten Formen. Leicht verdickte, gerundete Abschlüsse und abgerundete Strichansätze erinnern dabei an eine Handschrift und sorgen in der Palatino Sans für ein lebendiges, freundliches und etwas lässiges Flair.
Palatino Sans liegt in den von der Palatino nova bekannten Strichstärken vor, bietet mit der Ultra Light aber eine noch leichtere Variante an.


Palatino Sans Informal

Palatino Sans Informal

Wie der Name schon andeutet, ist die Palatino Sans Informal ein naher Verwandter der Palatino Sans. Beide Schriften teilen die grundsätzlichen Gestaltungsprinzipien der Buchstaben. In den Details erlaubt sich die Informal aber hier und da etwas mehr Freiheit. So trägt zum Beispiel das gemeine „e“ einen leicht diagonalen Querstrich, das „g“ liegt in der einäugigen Form vor, „k“ und „R“ sind mit einem längeres Fuß gestaltet wie auch die Arme von Buchstaben wie „w“ und „y“ verlängert sind. Im Ergebnis präsentiert sich Palatino Sans Informal als noch dynamischere und lässigere Alternative zur Palatino Sans. Dabei liegt die Schrift in den von der Palatino Sans bekannten Strichstärken vor.

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