Typografie während der Jugendstil-Epoche

Man wollte alle Lebensbereiche erfassen und erneuern, aber den Blick stets zurückgewandt, was die gesellschaftspolitische Perspektive betraf. Der Jugendstil wurde so nur der pompöse Stil der Belle Epoque, der eventuell vorhandene sozialkritische Inhalte schnell zum bourgeoisen Beiwerk verkommen ließ: Angetreten zum Verändern, stabilisierte der Jugendstil die im Zuge der Industrialisierung ins Wanken geratene Kulturautonomie des Besitzbürgertums. Da der Jugendstil eine Kunstform für „Wenige“ und nicht für die „Vielen“ war, konnte er nur von kurzer Dauer sein. Denn die Probleme der neuen Zeit erforderten andere Lösungen auf breiter Basis. Und die realen Entwicklungen, für die der Jugendstil keine Antenne hatte, waren schon längst auf der Überholspur.


Neujahrskarte, Glasgow, 1901


Kalligrafie von Ethel Lacombe, Exeter, ca. 1900

Weiter ... Jugendstil: Erzreaktionärer, peinlicher Kitsch?

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