Typografie während der Jugendstil-Epoche

Das zentrale Problem der Jugendstil-Typografie war eine einheitliche Form von Schrift und Bild bei der Illustration beziehungsweise Visualisation von Büchern und Zeitschriften. Diese Schrift-Bild-Kombination hatte sich vorher in einem simplen Nebeneinander erschöpft.

In vielen neugegründeten wöchentlich oder monatlich erscheinenden Publikationen wurden diese Ideen verwirklicht. In Frankreich war es die 1891 gegründete „Revue Blanche”, in England „The Yellow Book” (1894) und „The Savoy” (1896), die sich den jungen Ideen widmeten.

In Deutschland waren die Zeitschriftengründungen besonders zahlreich: 1895 „Pan”, dann 1896 „Jugend” und „Simplicissimus”, 1897 „Dekorative Kunst” und „Deutsche Kunst und Dekoration”, schließlich 1899 „Die Insel”. Die Gestaltung dieser Hefte war kunstvoll wie auch verschwenderisch: Farbe und Papier, Illustration und Schmuck hatten Qualität.Die Auflagen waren häufig sehr niedrig, was einerseits durch die hohen Kosten, andererseits durch eine elitäre Einstellung der Herausgeber begründet war: „Pan” erschien in einer Auflage von 2000 Stück und kostete 25 Mark pro Heft, die „Insel” hatte sogar nur 400 Abonnenten. Auch die Zeitschrift „Ver sacrum”, die für Österreich stilbildend war, hatte nur 600 Käufer.



Manche dieser ästhetischen Projekte erschienen nur fünf Jahre, um dann wegen mangelnder Nachfrage oder arger Finanznot einzugehen. Um jede Zeitschrift scharten sich Gestalter von Rang, von denen Originalbeiträge veröffentlicht wurden. Zu erwähnen sind (unter vielen) Henry de Toulouse-Lautrec, Emil Orlik, Heinrich Vogeler, die Brüder Kleukens, Max Liebermann, Georg Belwe. Viele von ihnen arbeiteten erfolgreich mit Verlagen zusammen, in denen die wichtigsten und schönsten Bücher dieser Zeit verlegt wurden: der Eugen Diderichs-Verlag, die Ernst-Ludwig-Presse, Insel Verlag oder Bruckmann Verlag.

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