Der Designer Jürgen Weltin und seine Schriften

Der Designer Jürgen Weltin und seine Schriften

   

Jürgen Weltin ist seit vielen Jahren leidenschaftlicher Typedesigner und etliche der von ihm entworfenen Schriften sind bei Monotype erhältlich. Wir stellen Ihnen das komplette auf Linotype.com erhältliche Schriften-Portfolio von Jürgen Weltin vor und auch den Designer selbst können Sie besser kennenlernen, in dem Sie das ausführliche Interview lesen, das wir mit ihm geführt haben.
Lernen Sie die Schriften von Jürgen Weltin genauer kennen.

Über den Designer

Schon vor seinem Grafikdesignstudium sammelt der 1969 in Konstanz am Bodensee geborene Weltin in einem Verlag erste Erfahrungen mit Designarbeiten. Und auch während des Studiums baut er seine Fähigkeiten in verschiedenen Studios und Industriedesignfirmen aus. Erste Preise, die er für diese Arbeiten bekommt, ermutigen ihn, sein eigenes Studio in Pullach, südlich von München, zu gründen und seit 2001 arbeitet Weltin hier als Grafik- und Typedesigner sowie typografischer Berater. Außerdem unterrichtet er regelmäßig Typografie an Designschulen.
In der Freizeit nutzt er gerne eines seiner zahlreichen Rennräder, um sich auf unterschiedlichen topografischen Routen von der Designarbeit zu entspannen.
Hier finden Sie weitere Informationen zu Jürgen Weltin.


Finnegan (1997)

Die Arbeiten an seiner ersten eigenen Schrift beginnt Weltin schon während des Studiums und die Entwürfe dienen zugleich als Abschlussarbeit. Hinter der Finnegan steckt die Idee, eine serifenlose Leseschrift zu entwickeln, die auch bei sehr langen Texten nicht ermüdet. Weltin benutzt dafür nicht nur die Grundform der Renaissance Antiqua, er gibt den Stämmen auch eine ganz leichte Kehlung und deutet kleine Reste von Serifen an. Darüber hinaus greift die Buchstabenform eine gedachte Schreibrichtung von links oben nach recht unten auf und erzeugt damit zusätzliche, fast schon an eine Handschrift erinnernde Dynamik.
Mit vier Strichstärken, jeweils mit passender Italic, Kapitälchen und verschiedenen Ziffernsets ist die Schrift auch für große Projekte sehr gut ausgestattet.
Nicht nur als Textschrift macht Finnegan eine sehr gute Figur. Ihre freundlichen, warmen und dynamischen Buchstaben geben auch Headlines oder Titeln einen ganz besonderen, unverwechselbaren Charakter. Finnegan wurde 1997 mit dem Certificate of Excellence in Type Design der bukva:raz! (erste Typedesign-Competition der ATypI) ausgezeichnet.


Balega (2002)

Die Formen der sehr fetten Balega erinnern an eine Stencil-Schrift, allerdings ohne den für diese Gattung typischen, technischen und konstruierten Charakter zu zeigen. Ganz im Gegenteil, die runden leicht geneigten Formen der Balega erinnern teilweise an Kalligrafie und geben der Schrift eine sehr dynamische, vorwärts gerichtete Ausstrahlung. Balega ist eine typische Headlineschrift, die Sie mit der nötigen Größe einsetzen sollten.


Agilita (2006)

Die Sansserif Agilita zeigt klassische Proportionen, die sich von der Renaissance Antiqua ableiten. Ausgeprägte Ober- und Unterlängen sorgen für eindeutige Wortbilder während ein deutlicher Kontrast in der Strichstärke den Buchstaben einen dynamischen Charakter verleiht. Der funktionale Auftritt der Schrift wird durch eine vorsichtige Betonung der Horizontalen verstärkt.
Mit einem Schwerpunkt auf den leichten Schnitten liegt Agilita in zehn fein abgestuften Strichstärken vor. Alle Schnitte verfügen über eine passende Italic und von sechs Strichstärken stehen zusätzlich schmaler laufende Condensed Schnitte bereit.
Agilita eignet sich dank ihrer riesigen Ausstattung für sehr unterschiedliche Designprojekte. Nicht nur im Text- und Headlinebereich kann sie gut eingesetzt werden, sondern ihre klare Erscheinung macht sie auch zur perfekten Wahl für Informations- und Leitsysteme; passende Pfeile sind in den Schriften enthalten.


Mantika Informal und Sans (2010 und 2011)

Der Mantika Schriftclan umfasst aktuell zwei Familien: Mantika Sans und Mantika Informal. Mit der Mantika Book steht ein zusätzliches Mitglied kurz vor der Veröffentlichung.
Mantika Sans greift auf eine der Mantika Informal ähnliche Grundform zurück, betont aber den Charakter der Sansserif. Ganz vorsichtig angedeutete Serifen und leicht gekehlte Stämme erinnern nicht nur an eine Antiqua, sondern geben der Mantika Sans eine freundliche Persönlichkeit. Neben den in zwei Strichstärken vorliegenden, aufrechten Schnitten verfügt die Mantika Sans über eine passende Italic. Anders als üblich ist die Italic aber nur gering geneigt, dafür wird der geschwungene, handschriftliche Charakter verstärkt, der Kontrast erhöht und nicht zuletzt werden die Strichansätze weiter betont. Mantika Sans Italic stellt also mehr eine eigene Schrift als eine Auszeichnungsvariante dar.
Als lebendige und auch in kleinen Größen gut lesbare Textschrift lässt sich Mantika Sans in vielen Bereichen einsetzen. Die aufwändig gestaltete und sehr individuelle Kursive verleiht der Schrift dabei zusätzliche Attraktivität.
Bei dem Wettbewerb „3rd International Eastern Type Design Competition Granshan 2010“ wurde Mantika Sans in der Kategorie „Griechische Textschriften“ ausgezeichnet.


Die Buchstaben der Mantika Informal lassen sich nicht so leicht kategorisieren und erinnern etwas an eine Italic. Runde Buchstabenformen, leicht diagonale und gerundete Linienabschlüsse und ein deutlicher, teilweise an eine Handschrift erinnernder Kontrast in der Strichstärke geben der Mantika Informal einen freundlichen, warmen und lebendigen Charakter. Obwohl die in zwei Strichstärken vorliegende Schrift ursprünglich für Kinderbücher gedacht war, steht Mantika Informal überall da bereit, wo ein freundliches, ungezwungenes und dennoch erlesenes Schriftbild gefragt ist. Sie setzt erfrischende Akzente, von Verpackungen bis hin zu Lebensmitteln.

Lesen Sie auch das Interview mit Jürgen Weltin.

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