Welche Bedeutung hat die Laufweite der Schrift im Webdesign?


Prinzipiell gibt die Laufweite einen gleichmäßig zwischen den Buchstaben verteilten Abstand an. Sie unterscheidet sich damit vom Kerning, dass die Zurichtung zwischen zwei bestimmten Buchstaben verändert.



Wie viele mikrotypografischen Parameter hat auch die Laufweite einen entscheidenden Einfluss auf die Lesbarkeit von Text: ist die Laufweite zu groß oder zu gering, können die Wortbilder nicht mehr richtig erfasst werden und der Betrachter muss sich den Text mühsam zusammen buchstabieren.



Prinzipiell gilt, je kleiner ein Text gesetzt ist, desto größer muss der Buchstabenabstand sein. Zu Bleisatzzeiten war das alles kein Problem. Die Buchstaben hatten eine feste Größe und waren mit einem entsprechenden Abstand versehen (siehe Abbildung „Tracking“). Bei digitalen Schriften ist das anders, sie können in beliebigen Größen gesetzt werden und da sie in der Regel für eine Größe zwischen 10 und 16 Punkten zugerichtet sind, muss der Typograf bei anderen Größen leicht nachkorrigieren. Soweit die Theorie.



Im Web ist die Praxis leider nicht ganz so einfach, da der minimale Raster, auf dem sich die Buchstaben verschieben lassen, die Größe von einem Pixel hat. In der Regel viel zu viel, um im Textbereich passende Korrekturen vorzunehmen. Trotzdem ist der CSS-Parameter „letter-spacing“ nicht völlig überflüssig. In Überschriften, ab einer Größe von circa 24 Punkt, kann man den Abstand der Buchstaben damit vorsichtig korrigieren. Und auch als Auszeichnungsvariante lässt sich mit einem deutlich erweiterten Abstand sogenannter „gesperrter Text“ erzeugen.


Und nicht zuletzt sollten Sie auch darauf achten, dass invers gesetzter Text, also helle Buchstaben auf dunklem Grund, in der Regel leicht überstrahlt und die Buchstaben deswegen etwas mehr Abstand bekommen müssen.


Noch ein Tipp zum Schluss: Wie schon in den anderen Artikeln dieser Serie möchten wir Ihnen auch hier dringend dazu raten, für die Laufweitenkorrektur, die von der Schriftgröße abhängige Einheit „em“ zu verwenden. So stellen Sie sicher, dass sich die Laufweite bei einer Schriftgrößenänderung im Browser mit verändert.