Die Qual der Wahl. So finden Sie die passenden Webfonts für Ihr Projekt.


Seit der Verfügbarkeit von Webfonts müssen Sie sich als Webdesigner nicht mehr nur zwischen drei oder vier Schriften entscheiden, sondern können auf eine fast unendliche Auswahl zurückgreifen. Diese neue Freiheit macht den Prozess der Entscheidung für die richtige Schrift aber auch deutlich komplizierter. Wie finde ich die passenden Schriften für mein Projekt? Wir wollen Sie mit ein paar Tipps unterstützen.

Zwei grundsätzliche Fragen sollten Sie bei der Schriftauswahl leiten. Die zentrale Anforderung an die ausgewählten Schriften ist natürlich ein zum Projekt passender Ausdruck und Charakter. Zum Zweiten müssen die Schriften aber auch technisch in der Lage sein, den vorgesehenen Verwendungszweck zu erfüllen. Eine noch so schöne und passende Zierschrift ist für lange Texte komplett ungeeignet, wenn man sie in kleinen Größen auf dem Bildschirm nicht lesen kann. Geht man also auf die Suche, macht es demnach Sinn, nach der späteren Verwendung der Schrift zu unterscheiden.


Logos, Seitentitel und Displayschriften

In diesem Bereich haben Sie bei der Auswahl der Schriften die größte Freiheit. Logos und auch Seitentitel erscheinen in der Regel so groß, dass auch feinere Schriftdetails zur Geltung kommen. Auf der anderen Seite sind die Grenzen zwischen Text und Bild hier fließend. Es kommt also weniger auf das lesbare Wort als auf ein prägnantes Signet an. Hier können Sie zum Beispiel auf schöne Schreibschriften im Retrolook wie die Sugar Pie oder moderne Schriften wie Fruitygreen von Andi AW.  Masry zurückgreifen. Trotz der großen Freiheit können Sie natürlich auch in dieser Kategorie Klassiker wie zum Beispiel die Frutiger von Adrian Frutiger verwenden.


Überschriften

Anders als Logos müssen Überschriften lesbar sein, können sich aber, da es sich nur um kurze Texte handelt, noch die eine oder andere Freiheit erlauben. Insofern stehen sie zwischen Logos und Fließtext. Da Überschriften eine prominente Position haben, bestimmt ihr Charakter maßgeblich den Eindruck der Seite – wählen Sie die Schrift der Überschriften also sorgfältig aus. Gut geeignet sind zum Beispiel die moderne, aber warme und weiche Neo Sans von Sebastian Lester und Patrick Giasson, die technische Eurostile von Aldo Novarese oder die klare, formal gehaltene Yalta Sans von Stefan Claudius.


Fließtext

Wenn Sie den Leser ihrer Texte nicht verärgern wollen, sollte hier eine auch am Bildschirm gut lesbare Textschrift zum Einsatz kommen. Feine und verspielte Formen scheiden hier genauso aus wie Schriften mit zu dünnen Linien. Beliebte und gut lesbare Schriften sind zum Beispiel die Pluto Condensed von Hannes von Döhren, die Xenois Slab von Erik Faulhaber oder der Klassiker Palatino eText von Hermann Zapf.



Verwendete Fonts: Sugar Pie (Logo), Neo Sans Medium (Überschrift), Pluto Condensed Light (Fließtext)




Verwendete Fonts: Fruitygreen Black (Logo), Eurostile Next Bold (Überschrift), Xenois Slab Regular (Fließtext)




Verwendete Fonts: Neue Frutiger Black (Logo), Yalta Sans Bold (Überschrift), Palatino eText Regular (Fließtext)


Noch ein Tipp zum Schluss:
Es gibt viele Werkzeuge, passende Schriften zu finden und auch schon vor der Lizenzierung ein Zusammenspiel auszuprobieren.
Ein guter Start ist immer die Suche auf linotype.com. Wählen Sie in der linken Spalte unter Schriftformate nur die Webschriften aus. Über die weiteren Kategorien können Sie ihre Suche zum Beispiel nach dem Einsatzgebiet oder auch nach speziellen Themen eingrenzen.