Eurostile Next

Eurostile Next

Ausbau auf 50 Schnitte: neue Gestaltungs- und Anwendungsmöglichkeiten mit der populären Eurostile Next

Mit der Eurostile® Next hat Akira Kobayashi, Type Director bei Monotype, nicht nur die ursprünglichen Formen der populären Sans Serif von Aldo Novarese in die digitale Welt geholt, sondern die Schriftfamilie auch mit zahlreichen neuen Schnitten ausgebaut.
Terrance Weinzierl ergänzt die Eurostile Next jetzt mit weiteren Laufweiten sowie mit Italic-Schnitten. Außerdem baut er den Sprachausbau für den paneuropäischen Einsatz, inklusive griechischer und kyrillischer Zeichen, aus.
Nutzen Sie die neue Condensed und Wide in den bekannten Strichstärken, um noch flexibler auf Designanforderungen reagieren zu können. Für alle bisherigen wie auch die neuen Schnitte stehen zusätzliche Italic-Versionen zur Verfügung, mit denen sich ganz neue Anwendungsmöglichkeiten für die Eurostile Next erschließen. Insgesamt wächst die Familie damit von 15 auf sagenhafte 50 Schnitte an.

Von Microgramma zu Eurostile zu Eurostile Next

Die Schrift Eurostile® ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil unseres Schriften-Portfolios. Ihr Ursprung ist jedoch ungewiss. Sie wurde in Italien geschaffen und hatte zwei Designer sowie zwei Veröffentlichungsdaten, wenn einige Puristen auch auf das eine oder andere bestehen. Sicher ist jedoch, dass die Schrift zwei verschiedene offizielle Namen hatte. Der erste – Microgramma™ – bezieht sich nur auf einen Teil des endgültigen Designs. Nach vielen Jahren präsentiert Linotype nun eine überarbeitete, aktualisierte Version mit dem Namen Eurostile Next – verwirrend?

Wenn Sie einige Meilensteile der Geschichte von Eurostile kennen, wird Ihnen vieles klarer werden. Geschaffen wurde sie ursprünglich als Großbuchstabenschrift von Alessandro Butti in Kooperation mit seinem jungen Assistenten Aldo Novarese. Novarese wurde später zu einem der bedeutendsten Schrift-Designer Italiens, aber hinsichtlich des Entwurfs dieser Titelschrift im Jahr 1952 sprach man allein von Butti und der Schriftgießerei Nebiolo, in der dieser arbeitete.


Microgramma: ein populäres, authentisches „Titeldesign“

Das Design wurde Microgramma™ genannt und war ausschließlich als Display-Schrift gedacht. Microgramma war also ein authentisches „Titeldesign”. In den guten alten Zeiten der Metalltypen diesen Namen zu tragen, bedeutete weitaus mehr als nur eine Großbuchstabenschrift zu sein. Die Großbuchstaben eines Titel-Designs reichten meistens bis zur äußersten Kante der Bleiletter. Denn „72-Punkt-Titelgroßbuchstaben” waren sehr viel größer als 72-Punkt-Großbuchstaben einer normalen Schrift. Somit wäre es auch schwierig geworden, die Buchstaben von Microgramma mit Kleinbuchstaben einer anderen Schrift zu kombinieren.

Fast 10 Jahre lang blieb Microgramma sehr populär, dann schuf der nunmehr erfahrener gewordene Aldo Novarese die fehlenden Kleinbuchstaben. Die so vervollkommnete Schrift wurde 1962 unter dem Namen Eurostile veröffentlicht.

Microgramma


Eurostile: eine stattliche Familie mit Kleinbuchstaben und sieben Designvarianten

Eurostile® verdrängte aber Microgramma nicht vom Markt und letztere wurde irgendwann zu einer Schriftfamilie mit fünf Designs erweitert, die die Versionen Regular, Condensed, Extended sowie Bold einschließlich einer eigenen Extended-Variante enthielt. Als Novarese Eurostile entwarf, schuf er passende Kleinbuchstaben für alle fünf Gewichtungen sowie zusätzlich eine neue Bold Condensed und eine besonders schmale Variante, die er Eurostile Compact nannte. Nun gab es von der ursprünglichen Eurostile stolze sieben Varianten.

Linotype bietet Eurostile schon seit Jahrzehnten an und schuf Anfang der Achtzigerjahre in Kooperation mit Adobe die digitale PostScript-Variante.

Das charakteristische Merkmal von Eurostile ist neben dem Fehlen von Serifen ihr eckiges Design. Viele Buchstaben sehen so aus, als wäre bei ihrer Gestaltung zunächst ein alter Fernsehbildschirm nachgezeichnet worden. Das Design beinhaltet eine gewisse Symmetrie und mathematische Qualität. Hermann Zapf nannte diese Form die „Superkurve“ und benutzte sie für seine Serifen-Zeitungsschrift Melior®. Aufgrund seiner geometrischen Linienführung passt Eurostile auch zu Fonts wie Avenir®, Futura®, und ITC Avant Garde Gothic®, obwohl sie auf den ersten Blick ganz anders aussieht.

Eurostile hat eine beachtliche x-Höhe und ist unverwechselbar, ohne überladen zu wirken. Mit anderen Worten, sie ist kein Ersatz für serifenlose Textschriften wie Univers® oder Franklin Gothic™. Dennoch ist sie leicht anzuwenden und bietet den zusätzlichen Vorteil, sich von der Menge der anderen Schriften des serifenlosen Genres abzuheben.

Eurostile hat viele individuell gestaltete Buchstaben. Einige der interessantesten sind das K und das k mit Diagonalen, die die Vertikale nicht berühren, oder das kleine t, dessen Querbalken rechts länger ist und sich die abschließende Kurve erneut bis zur Vertikale biegt. A, M, N, V und W haben abgeflachte Spitzen und das Q hat das ungewöhnliche Merkmal, dass der Schweif nach innen länger ist als nach außen.

Eurostile
Das kleine a von Eurostile ist vom traditionellen offenen Typ im Stil der Grotesk- und meisten römischen Schriften des 19. Jahrhunderts. Der Querbalken des kleinen f ahmt den des kleinen t nach und das g ist geschlossen wie bei den Schriften Helvetica ® oder Futura®.


Eurostile
Obwohl sie für Titel und ähnliche Anwendungen bei Grafikdesignern einst größter Beliebtheit erfreute, schien Eurostile nach und nach in ein trauriges Dunkel zu versinken. Univers, Helvetica und Avant Garde Gothic holten auf, während Eurostile zurückblieb. Erst im vergangenen Jahrzehnt kam die Wiedergeburt dieser Schriften, aufgrund der digitalen Neuinterpretierung durch Linotype und ITC. Genau wie bei Linotype Univers®, Helvetica® World, ITC Avant Garde Gothic®, aber auch Palatino® Linotype und Palatino nova, nutzte Linotype das Grunddesign von Eurostile und schuf eine bemerkenswert frische und optimierte Version der Schriftfamilie.


Eurostile Next: die korrigierte, erweiterte und optimierte Version der Eurostile

Als der Design-Chef von Linotype, Akira Kobayashi, begann, die Fonts der Familie Eurostile zu untersuchen, fand er diverse Schwachstellen und Unstimmigkeiten, die auf die Einschränkungen der Bleisatztechnik zurückzuführen sind und bei den Versionen für den Fotosatz und den ersten digitalen Varianten nicht behoben worden waren. Bei der ersten Digitalisierung von Eurostile hatten die verantwortlichen Techniker die Originalformen von Novarese, wie die Superkurven, ferner nur unzulänglich umgesetzt. Sofort sichtbar ist dieser Unterschied, wenn man die Gestaltung der Kurven der alten digitalen Eurostile und der neuen Eurostile Next von Kobayashi vergleicht. Außerdem ist der Unterschied in der Strichdicke zwischen Groß- und Kleinbuchstaben weniger auffällig als bei den digitalen Vorgängern, sodass der Text harmonischer wirkt.

Eurostile Bold Extended
Eurostile Bold Extended 2


Eurostile Next Bold Extended
Eurostile Next Bold Extended


Die Linienführung von Kobayashi ist fließender und reflektiert besser den Originalstil aus den sechziger Jahren. Außerdem wurden bei Eurostile Next auch die Akzente und Sonderzeichen überarbeitet. In der Vergangenheit wurde diesen Einzelheiten weitaus weniger Bedeutung beigemessen als in der heutigen Zeit, in der sich die Designs nicht nur an Anwender in Westeuropa und Nordamerika, sondern an ein weitaus breiteres Publikum wenden.

Eurostile Bold Extended
Eurostile Bold Extended 2


Eurostile Next Bold Extended
Eurostile Next Bold Extended

Selbstverständlich ist Eurostile Next eine vollwertige OpenType-Schriftfamilie. Als solche unterstützt sie alle west-, mittel und osteuropäischen Sprachen mit lateinischem Alphabet, inklusive baltische Sprachen und Türkisch. Ferner ist Eurostile Next die erste Version von Eurostile mit authentischen eigenen Kapitälchen. Weitere OpenType-Eigenschaften umfassen Tabellen- und Proportionalziffern, hoch- und tiefgestellte Ziffern sowie Bruch- und Ordnungszahlen.
* Bruttopreis 141,61 Euro inkl. MwSt.
Das Angebot gilt nicht für Inhaber von Benutzerkonten, die bereits eine feste Preisrabattierung erhalten.

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