Linotype veröffentlicht Zapfs neustes Werk: Alphabetgeschichten – 11. Juni 2007

Chronik der „Buchstaben” von Hermann Zapf

Bad Homburg, 11. Juni 2007. Prof. Hermann Zapf ist einer der bedeutendsten und engagiertesten Schriftdesigner des 20. und 21. Jahrhunderts. In seiner kürzlich veröffentlichten Monografie – Alphabetgeschichten, eine Chronik technischer Entwicklungen – beschreibt Zapf in sehr eloquenter Form, wie er zu einem Pionier des Computerzeitalters wurde und die Grenzen der Typografie immer wieder neu erforschte. Dieses reich illustrierte Buch des Mergenthaler Verlages der Linotype GmbH, Bad Homburg, beschreibt anhand der künstlerischen Laufbahn Hermann Zapfs sehr anschaulich, wie er die notwendige Verbindung zwischen seiner Kunstfertigkeit und den jeweiligen technischen Entwicklungsschritten vollzog. Zapf hat unzählige Bücher illustriert und gestaltet, sowie über 200 Schriften kreiert – einschließlich der Schriftfamilien Palatino™ und Optima™. Durch seine Schriften wurde unsere heutige Art der Kommunikation mit geprägt. Das Buch gibt Einblick in sein Lebenswerk und erzählt gleichzeitig die Geschichte der modernen
Typografie.

Mit über 70 verschiedenen Schriftfamilien zählt Hermann Zapf zu den erfolgreichsten Schriftdesignern unserer Zeit, dessen Designs auch vielfältig nachgeahmt wurden. In „Alphabetgeschichten” beschreibt der heute fast 90jährige Zapf in humorvoller Weise seinen langen Weg auf der leidenschaftlichen Suche nach Schönheit und gibt Einblick in die Entstehungsgeschichte seiner bekanntesten Schriftkreationen.

Palatino, seine vielleicht bekannteste Schrift, begegnet einem buchstäblich auf Schritt und Tritt; in den CBS Abendnachrichten, in vielen Computersystemen und vielerorts mehr. Optima, seine Lieblingsschrift, findet sich sogar auf dem Denkmal der Veteranen des Vietnamkriegs und wird auch von den Fußballmannschaften der English Premier League verwendet. Sein beständiges und inniges Streben nach künstlerischer Vollkommenheit hat ihm weltweit immer wieder Auszeichnungen und Ehrungen eingebracht. Schriften wie Melior™, ITC Zapf Chancery™, ITC Zapf Dingbats™ und die technisch anspruchsvolle Schrift Zapfino™, die anlässlich seines 80igsten Geburtstages veröffentlicht wurde, dienen auch vielen anderen großen Schriftdesignern als Quelle der Inspiration.

„Alphabetgeschichten” beschreibt den Lebensweg von Zapf, sein Werk und seine Hingabe. Zapf wurde in eine dunkle politische Zeit hineingeboren und weil sein Vater aktiver Gegner der nationalsozialistischen Bewegung war, wurden dem Sohn mehrere Berufswünsche verwehrt. Aufgrund dieser Tatsache suchte er eine Nische in der Welt der Illustration. Zapf erzählt, dass sein ständiges Streben, die Kunst mit den jeweils neusten Kenntnissen der Technik zu kombinieren, beruflich zu Spannungen führte. Der heute standardisierte computergestützte Satz wurde in den frühen 60er Jahren für derart unrealistisch gehalten, dass sogar ein damaliger Geschäftsführer ausrief: „Dieser Zapf ist doch verrückt.”

In Deutschland konnte Zapf seine Visionen nicht umsetzen, doch in den USA fielen seine Ideen auf fruchtbaren Boden. Er baute dort eine Brücke zwischen den grundverschiedenen Welten der grafischen Künstler und Computerspezialisten. 1972 gestaltete er das erste Alphabet für computergestützten Satz, Marconi™. 1976 wurde ihm die weltweit erste Professur für Typografische Computer Programmierung angeboten.

Zapf hat einen fast ansteckenden Enthusiasmus wenn es um die künstlerische Gestaltung und technische Umsetzung von Alphabeten geht. Und diesen Enthusiasmus hat er an Kalligrafen, Typografen und technisch versierte in aller Welt weitergegeben. David Pankow, Kurator der „Cary Graphic Arts Collection” in Rochester, New York, fasst diese Tatsache in einer kurzen Ansprache am Ende des Buches zusammen: „Hat es denn in den vergangenen 100 Jahren noch andere Schriftdesigner gegeben, die auch einen solch grundlegenden Einfluß auf Schriftdesign und moderne Typografie hatten, wie Hermann Zapf; die ähnlich enthusiastisch eine solche Fülle an Technologien auf ihre Tauglichkeit für das Schriftdesign überprüft haben und die auch ein so hohes Maß an Neugierde und Humanität in die Welt der Bücher und der damit verbundenen Kultur gebracht haben?

Alphabetgeschichten, eine Chronik technischer Entwicklungen von Hermann Zapf, ist die Geschichte einer parallel stattfindenden Entwicklung von Charakter und „Typen”. Gleichzeitig ist es die Geschichte zeitgenössichen Grafikdesigns.

Neben der deutschen Auflage von „Alphabetgeschichten” (ISBN 3-9810319-5-4) mit 156 Seiten gibt es auch eine englische Auflage mit dem Titel „Alphabet Stories” (ISBN 3-9810319-6-2) der Mergenthaler Edition der Linotype GmbH, Bad Homburg.

Der Titel des Buches ist in goldenen Lettern geprägt, der Umschlag ist in Leinen gebunden. Das Buch enthält 96 Farbillustrationen, viele Entwürfe, Fotos, Darstellungen in Kalligrafie, Typografie und es enthält eine Bibliografie. Alles auf naturbelassenem, cremefarbigem Papier. Hermann Zapf hat es selbst entworfen. Für den Druck wurden die Schriften Palatino nova und Palatino Sans gewählt. Palatino Sans wurde erst kürzlich vom Type Directors Club New York mit dem Certificate of Typographic Excellence ausgezeichnet.

Alphabetgeschichten ist Zapfs neustes schöpferisches Werk, das sich in seine zahlreichen Publikationen einreiht. Dazu gehören auch die vielen Auszeichnungen, ein Hallmark Film, ein Bildungsfond, ein Zapfest, eine kalligrafische Ausfertigung der Präambel der Charta der Vereinten Nationen in vier Sprachen sowie eine Dauerausstellung seiner Arbeiten in der Herzog
August Bibliothek Wolfenbüttel. Seine Schriften, wie auch Alphabetgeschichten, eine Chronik technischer Entwicklungen, finden Sie unter www.linotype.com.

Linotype GmbH – ein Unternehmen der Monotype Imaging Inc. – mit Sitz in Bad Homburg – blickt auf eine mehr als 120-jährige Tradition zurück. Aus dieser umfassenden Erfahrung hat sich neben der Entwicklung modernster Schrift-Technologien ein Angebot von mehr als 9000 Schriften entwickelt. Dies gewährleistet die Abdeckung des gesamten typografischen Spektrums, von der Antike bis zur Gegenwart, von Ost nach West, von klassisch bis experimentell. Leicht und einfach können alle Schriften (im PostScript™ und TrueType™ Format
sowie 7.000 Fonts in OpenType™ für Mac und Windows) auch online unter www.linotype.com bestellt und direkt geliefert werden. Neben der Lieferung digitaler Schriften steht für Linotype auch die umfassende und individuelle Beratung und Betreuung bei allen Schriftfragen rund um die weltweite (Unternehmens-)Kommunikation im Vordergrund.

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Weitere Schriftanwendungsbeispiele finden Sie unter www.linotype.com.












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