Typo-Galerie – Frutiger
Im Jahr 1968 erhielt Adrian Frutiger den Auftrag, für den neuen Pariser Flughafen Roissy, der später in Charles de Gaulle umbenannt wurde, ein Hinweis- und Leitsystem zu entwerfen. Der Font war fetter als der zuvor verwendete Schriftsatz, um die Lesbarkeit der Schriften auf den Leuchtkästen des Leitsystems zu verbessern. Adrian Frutiger bearbeitete sorgfältig die Zeichenformen, um zu erreichen, dass die Schriften auch dann gut lesbar sind, wenn die Umgebungsbeleuchtung schwach ist oder die Leser schnell an den Schildern vorbeigehen. Diese Eigenschaften prüfte er, indem er die Schriften unscharf stellte und auf diese Weise erkannte, welche Buchstaben noch lesbar waren.
Adrian Frutiger entwarf alle Schriftstärken von Hand, wie es vor der Computer-Ära unvermeidbar war. Die unterschiedlichen Laufweiten werden erkennbar, wenn man Frutiger® 45 Light mit Frutiger 55 Roman vergleicht. Linotype und Adrian Frutiger beschlossen, die Schriftfamilie für die Platinum-Serie zu überarbeiten, wie sie es zuvor mit Linotype Univers® getan hatten. Diese Schriftfamilie mit harmonischer aufeinander abgestimmten Dicken ist heute als Frutiger Next erhältlich. Die Kursiv-Varianten wurden ebenfalls überarbeitet und sind nun authentischere Kursiven als die lediglich geneigten Originale.
Adrian Frutiger entwarf ein zweistelliges Klassifizierungssystem, um die Schriftdicken seiner ersten großen Schriftfamilie Univers voneinander abzugrenzen. Die Ausgangsbasis für dieses System bildete 55, die Mitte einer aufrechten Roman. Die erste Stelle der Klassifizierung gibt Auskunft über die Stärke der Varianten. So steht beispielsweise 4 für Light, 5 für Regular oder 9 für Black. Die zweite Stelle hingegen beschreibt den Typ der jeweiligen Dicke, wie zum Beispiel 6 für Italic oder 7 für Condensed.
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