Der argentinische Designer Eduardo Manso entwarf die Auszeichnungsschrift Bohemia im Jahr 2003. Ihre vornehmen Buchstabenformen widerspiegeln die Eleganz, die wir von den Barock-Antiqua-Schriften kennen. Die dadurch erzeugte Atmosphäre erinnert ein wenig an Schriften wie die
Baskerville, auch wenn die meisten Baskerville-Replikate nicht ganz so kurvenreich sind wie Mansos Auslegung.
Die recht schmal laufende Schrift mit ihrem starken Strichkontrast eignet sich sehr gut für Fließtext und kann recht klein gesetzt werden (bis 9 Punkt). Die Bohemia kann ein vollständiges hierarchisches Gliederungssystem bilden. Ihr Sortiment umfasst den Grundschnitt (Regular) sowie fett, kursiv und Kapitälchen.
Diese meisterhaft gestaltete Schrift mit ihrer stoischen vertikalen Achse zieht große Aufmerksamkeit auf sich: Unter dem Namen
Argot, erhielt sie vom Type Directors' Club of New York ein Certificate of Excellence in Type Design zugesprochen. Damit wurde sie auch zu einem Sieger des
TDC2 2004 Schriftdesign-Wettbewerbs. Außerdem wurde sie für die Teilnahme am
21st International Biennale of Graphic Design 2004 in Brno (tschechische Republik) ausgewählt. Kurz darauf wurde die Bohemia zu einem der wichtigsten Beiträge des
Bienal Letras Latinas 2004 erkoren, das in verschiedenen süd- und mittelamerikanischen Ländern abgehalten wurde.
Und zu guter Letzt landete die inzwischen um die Welt gereiste Bohemia 2003 am internationalen Schriftdesign-Wettbewerb, der von der Linotype GmbH gesponsert wurde, auf einem der drei ersten Plätze.