Die ITC Legacy® Serif by Adobe Schriftfamilie ist in der
ITC Collection-Bibliothek enthalten.
Die ITC Legacy® ist das Werk des amerikanischen Designers Ronald Arnholm, der die Idee zu ihrer Entwicklung schon als Student in Yale mit sich herumtrug. Für ein Seminar zur Geschichte der Schrift studierte er die ¿Praeparatio Evangelica¿ des Eusebius, gedruckt 1470 in Nicolas Jensons Antiqua. Arnholm arbeitete Jahre lang an seiner eigenen Auslegung der Jenson-Antiqua, und es gelang ihm, viel von ihrer Schönheit und Ausgewogenheit einzufangen. Da Jenson selbst keine Kursive geschnitten hatte, suchte Arnholm bei den Typen von Claude Garamond aus dem 16. Jahrhundert nach Inspiration für den Kursivschnitt der ITC Legacy. Arnholm war von der Kraft und Integrität dieser Serifenformen der Venezianischen Renaissance-Antiqua so angetan, dass er ihr Skelett benutzte, um einen ganzen Satz von serifenlosen Schriften zu entwickeln. Die ITC Legacy umfasst eine komplette Schriftfamilie mit Schnitten von Book bis Ultra, mit Mediävalziffern und Kapitälchen. Schon aus diesem Grund ist sie eine gute Wahl für detaillierte Mengensatztypografie oder für komplexe grafische Designprojekte.
1458 schickte der französische König Karl VII den Graveur und Münzmeister Nicolas Jenson nach Mainz, um dort bei Meister Gutenberg die Kunst der beweglichen Lettern zu erlernen. Jenson sollte mit seinen neu erworbenen Fertigkeiten nach Frankreich zurückkehren, um dort die neue Kunst auszuüben, doch er zog es vor, nach Italien zu gehen, wie übrigens auch andere Drucker der damaligen Zeit. Ab 1468 war er in Venedig als erfolgreicher Stempelschneider, Drucker und Herausgeber tätig. Aller Wahrscheinlichkeit nach war Jenson der erste nicht deutsche Drucker, der Bücher mit beweglichen Lettern setzte; insgesamt stellte er etwa 150 Bände her. Obwohl seine Stempel (Buchdrucklettern) nicht mehr auffindbar sind, so sind doch viele seiner Bücher erhalten geblieben. Die von ihm in der Zeit zwischen 1470 und seinem Tod 1480 hergestellten Schriften haben über die Jahrhunderte Schriftentwerfer inspiriert. Seine Antiqua-Schrift wird oft als die ¿erste echte Antiqua¿ bezeichnet (auch als ¿Jenson-Antiqua¿). Sie ist von exemplarischer Ausgewogenheit und Deutlichkeit und wurde vielfach nachgeahmt. Auffällig bei fast allen von Jensons Antiqua-Schriften ist der schräge Querbalken des kleinen e, das als ¿venezianisches Renaissance-Antiqua-e" bekannt ist.