Typografie während der Jugendstil-Epoche

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war in allen gestalterischen Bereichen ein kalter, häßlicher Akademismus zu spüren, der sich in ungekonnter Wiederholung von früheren Stilen genügte. An mehreren Orten in Europa traten junge Künstler auf, die aus solcher Erstarrung auszubrechen und etwas völlig Neues zu schaffen sich anschickten.

Ausgangspunkt für diese Erneuerung waren die Überlegungen und Taten der überragenden Figur dieser Zeit, William Morris (1834–1896). Seine formulierten Versuche gehen bis zur utopischen Umgestaltung der Gesellschaft, in der eine Verbindung von Leben und Kunst (wieder) möglich sein sollte.


Buchumschlag von Heinrich Vogeler, 1903


Handwerk kontra Maschine
Nachdem Morris eine sozialistische Partei gegründet, die Arts-and-Crafts-Bewegung geschaffen und viele Romane geschrieben hatte, schuf er auch drei Schriften. Auch verlegte er in seiner Kelmscott Press in London 67 Bände nach seinen Entwürfen, die mit zum schönsten und interessantesten der Geschichte des Buchdrucks zählen. Sein Stil war bewußt handwerklich und wollte sich gegen industrielle Fertigung richten, die er als unerträglich und nivellierend einstufte. In der Maschine sah er den Todfeind jeder menschlichen Gemeinschaft.

Trotzdem die Blüte dieser Erneuerungsversuche kurz war (von ca. 1895–1905), war sie heftig und international. In allen europäischen Ländern gab es Zentren, in denen die Lösung vom historisierenden Stil vehement betrieben und damit die Moderne eingeleitet wurde. Namen wie Henry van de Velde, Aubrey Beardsley, Alfons Mucha, Peter Behrens stehen für die nationalen Stile und ihre Gemeinsamkeiten.

Zwei der wichtigsten Ziele des Jugendstils waren die Wiederherstellung der Einheit von Kunst und Handwerk sowie die radikale Abkehr vom Historismus. Die Künstler wandten sich wieder den Handwerksberufen zu.


Arthur H. Mackmurdo, Titelblatt, 1883

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