Die serifenlosen Schriften

Bizarr und nackt traten die Grotesk-Alphabete kurz nach der Jahrhundertwende in den Reigen der Schriften: 1816 wurde in einer englischen Schriftgiesserei erstmals eine serifenlose Schrift gegossen.

Aber zwischen 1810 und 1840 waren fette Antiquaschnitte, von Bodoni inspiriert, und die ebenfalls neu entwickelten serifenbetonten Linearantiqua-Schriften imposanter und für Reklamezwecke weit verbreitet.

Auch der Schöpfer der ersten serifenlosen Schrift, William Caslon, war zunächst nicht vom Erfolg der neuartigen Schrift überzeugt und schnitt nur eine Grösse (28 Punkt), und diese nur in Versalien. Er nannte sie „English Egyptian”.

1832 veröffentlichte der Schriftgiesser Vincent Figgins drei aufeinander abgestimmte Grade seiner serifenlosen Schrift, und da er die Bedeutung dieser neuen Form richtig einschätzte schnitt er innerhalb eines Jahres noch zehn zusätzliche Schnitte. In Deutschland wurde die serifenlose Schrift von Anfang an Grotesk genannt, was wohl auch widerspiegelt, wie man über diese neuen Formen dachte.

Schon 1825 wurde in der Leipziger Schriftgiesser Schelter eine schmale Grotesk mit Versalien und Gemeinen gegossen. Schneller als in anderen Ländern breiteten sich die Grotesk-Schriften in Deutschland aus, wo man sie zwischen Antiqua und Fraktur als wichtige Alternative erkannte. Hier entstand 1900 die Standard Series, die heute als Basic Commercial verfügbar ist, ab 1904 die Reform-Grotesk und 1907 die Venus.

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