Die serifenlosen Schriften
Heute hat die Groteskschrift bereits eine Geschichte von 150 Jahren hinter sich, aus welcher ein Werdegang ersichtlich wird. Gleich wie die klassische Antiqua sich in ihrer äußeren Form verändert hat, erlebte die serifenlose Linearantiqua im Verlaufe der Zeit ein Wandlung. An Stelle der fast üblich gewordenen Gegenüberstellung von Architektur und Schrift wird an dieser Stelle versucht, als bildhaften Vergleich die Buchstaben mit der männlichen Bekleidung zu vergleichen, wie sie in den verschiedenen Zeitabschnitten getragen wurde.
1750: Als Ausgangslage sei einführend der überfeinerte Stil des 18. Jahrhunderts gezeigt. Das überspitzte Raffinement kommt in der Schrift wie in der Bekleidung zum Ausdruck und deutet klar auf das Ende einer Epoche hin.
1825: Zu Beginn des 19. Jahrhunderts muß noch vor der Grotesk, als eindeutige Reaktion auf die Feinheit der Didotschen Serifen, die wuchtige Egyptienne gezeigt werden. Die Bekleidung hat sich um dieselbe Zeit ebenfalls wesentlich verändert.
1890: Der Einbruch der Groteskschrift erfolgte in relativ kurzer Zeit. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurden bereits in den meisten Schriftgießereien der Welt hauseigene oder aus fremden Matern gegossene serifenlose lineare Schriften hergestellt. Die Bekleidung hatte sich ebenfalls zum strengen, enganliegenden Schnitt entwickelt.
1900: Die Jahrhundertwende brachte den Jugendstil, dessen Romantik weder an der Schrift noch an der Bekleidung unbemerkt vorbeigegangen ist.
1925: In den 20er Jahren entstand der nackte Ausdruck der von Wissenschaft und Technik geprägten neuen Sachlichkeit. Es entstanden die ersten Versuche, Schrift aus reinen geometrischen Zeichen zu gestalten. Die Bekleidung hatte jeglichen Zierat verloren, Bärte verschwanden und die Haartracht wurde auf ein Minimum zurückgestutzt.
1955: In den Nachkriegsjahren erlebte die alte Groteskschriftart des letzten Jahrhunderts eine Wiedergeburt. Sie wurde zum Vorbild für neue, vom rein konstruierten Formenprinzip wieder entfernte Alphabete. Die Handhabung dieser mehr modulierten Schriftform schien leichter und einem zum Modernistischen tendierenden Zeitgeist besser angepasst zu sein. In derselben Zeit, in welcher die Beatles ihren triumphierenden Einzug in die Welt der Jugend hielt, geschah in der Moderne ebenfalls Umwälzendes. Die Zwangsjacke des hergebrachten engen Kostüms wurde abgeworfen, als Reaktion tauchten Kleidungen aus Sackstoff und Lederhüllen auf. Aus Amerika kam der Einheitslook der Blue-Jeans und verbreitete sich ungestüm über alle Schranken hinweg in alle Gesellschaftsschichten, in die Welt der Männer sowie die der Frauen, hinein.
Entwicklung ab 1960: Obwohl sich nach 1960 die Abfolge der Moden auch bei Schrift und Typografie beschleunigten, entstanden neben zahlreichen signifikanten aber kurzlebigen Alphabeten wichtige Neuschöpfungen serifenloser Schriften: die Univers von Adrian Frutiger, eine konzeptionell und ästhetisch weitsichtige Schrift, erlebte ab 1957 große Anerkennung. Sie wurde (und wird nach ihrer Neuschöpfung ab 1997) weltweit für Kommunikationsaufgaben eingesetzt.
Die Avantgarde Gothic von Herb Lubalin, eine streng konstruierte Schrift, war seit Ende der Hippie-Bewegung um 1968 ein häufig verwendetes und den damals herrschenden Zeitgeist hervorragend wiederspiegelndes Alphabet.
Die Frutiger von Adrian Frutiger war seit 1976 ein international geschätztes Alphabet, das Synonym war sowohl für die Verwendung bei immer vorhandener elementarer und funktionaler Gestaltung, als auch für die kreative Weiterentwicklung des Grotesk-Konzeptes.
Und schließlich die Rotis von Otl Aicher von 1988, die in einer Schriftfamilie Grotesk und Antiqua, serifen- und serifenlose Schnitte zu einem universal einsetzbaren Formenkanon verband.
Neben diesen vier genannten Alphabeten wurden in den vergangenen vier Jahrzehnten zahlreiche weitere hervorragende Grotesk-Schriften entworfen und erfolgreich verwendet. Dies zeigt eine ungebrochene Kraft und Akzeptanz serifenloser Schriften auch in der Gegenwart. Und dies läßt uns gespannt bleiben auf Grotesk-Neuschöpfungen im 21. Jahrhundert.
1750: Als Ausgangslage sei einführend der überfeinerte Stil des 18. Jahrhunderts gezeigt. Das überspitzte Raffinement kommt in der Schrift wie in der Bekleidung zum Ausdruck und deutet klar auf das Ende einer Epoche hin.
1825: Zu Beginn des 19. Jahrhunderts muß noch vor der Grotesk, als eindeutige Reaktion auf die Feinheit der Didotschen Serifen, die wuchtige Egyptienne gezeigt werden. Die Bekleidung hat sich um dieselbe Zeit ebenfalls wesentlich verändert.
1890: Der Einbruch der Groteskschrift erfolgte in relativ kurzer Zeit. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurden bereits in den meisten Schriftgießereien der Welt hauseigene oder aus fremden Matern gegossene serifenlose lineare Schriften hergestellt. Die Bekleidung hatte sich ebenfalls zum strengen, enganliegenden Schnitt entwickelt.
1900: Die Jahrhundertwende brachte den Jugendstil, dessen Romantik weder an der Schrift noch an der Bekleidung unbemerkt vorbeigegangen ist.
1925: In den 20er Jahren entstand der nackte Ausdruck der von Wissenschaft und Technik geprägten neuen Sachlichkeit. Es entstanden die ersten Versuche, Schrift aus reinen geometrischen Zeichen zu gestalten. Die Bekleidung hatte jeglichen Zierat verloren, Bärte verschwanden und die Haartracht wurde auf ein Minimum zurückgestutzt.
1955: In den Nachkriegsjahren erlebte die alte Groteskschriftart des letzten Jahrhunderts eine Wiedergeburt. Sie wurde zum Vorbild für neue, vom rein konstruierten Formenprinzip wieder entfernte Alphabete. Die Handhabung dieser mehr modulierten Schriftform schien leichter und einem zum Modernistischen tendierenden Zeitgeist besser angepasst zu sein. In derselben Zeit, in welcher die Beatles ihren triumphierenden Einzug in die Welt der Jugend hielt, geschah in der Moderne ebenfalls Umwälzendes. Die Zwangsjacke des hergebrachten engen Kostüms wurde abgeworfen, als Reaktion tauchten Kleidungen aus Sackstoff und Lederhüllen auf. Aus Amerika kam der Einheitslook der Blue-Jeans und verbreitete sich ungestüm über alle Schranken hinweg in alle Gesellschaftsschichten, in die Welt der Männer sowie die der Frauen, hinein.
Entwicklung ab 1960: Obwohl sich nach 1960 die Abfolge der Moden auch bei Schrift und Typografie beschleunigten, entstanden neben zahlreichen signifikanten aber kurzlebigen Alphabeten wichtige Neuschöpfungen serifenloser Schriften: die Univers von Adrian Frutiger, eine konzeptionell und ästhetisch weitsichtige Schrift, erlebte ab 1957 große Anerkennung. Sie wurde (und wird nach ihrer Neuschöpfung ab 1997) weltweit für Kommunikationsaufgaben eingesetzt.
Die Avantgarde Gothic von Herb Lubalin, eine streng konstruierte Schrift, war seit Ende der Hippie-Bewegung um 1968 ein häufig verwendetes und den damals herrschenden Zeitgeist hervorragend wiederspiegelndes Alphabet.
Die Frutiger von Adrian Frutiger war seit 1976 ein international geschätztes Alphabet, das Synonym war sowohl für die Verwendung bei immer vorhandener elementarer und funktionaler Gestaltung, als auch für die kreative Weiterentwicklung des Grotesk-Konzeptes.
Und schließlich die Rotis von Otl Aicher von 1988, die in einer Schriftfamilie Grotesk und Antiqua, serifen- und serifenlose Schnitte zu einem universal einsetzbaren Formenkanon verband.
Neben diesen vier genannten Alphabeten wurden in den vergangenen vier Jahrzehnten zahlreiche weitere hervorragende Grotesk-Schriften entworfen und erfolgreich verwendet. Dies zeigt eine ungebrochene Kraft und Akzeptanz serifenloser Schriften auch in der Gegenwart. Und dies läßt uns gespannt bleiben auf Grotesk-Neuschöpfungen im 21. Jahrhundert.
Eine Auswahl von Linotype Sans Serif Fonts: