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Die Serifenlosen setzen sich durchDie ersten 100 Jahre im Leben der serifenlosen Schriften verliefen ohne große Höhepunkte und ganz dem Zweck untertan, ein neutraler Ausdruck des Industriezeitalters zu sein.
Der erste große ausgereifte Entwurf mit serifenlosen Buchstaben war Edward Johnstons Schrift aus dem Jahre 1916 für die Londoner Untergrundbahn. Durch diese Schöpfung wurde die Grotesk erstmals als „Schrift unserer Zeit” bezeichnet. Sie war schmal gehalten, sehr gut lesbar und in den Einzelheiten ausgewogen modelliert.
Der Groteskschrift wurde in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg eine hervorragende, erneuernde Rolle zugewiesen: vor allem in der Dessauer Kunstgewerbeschule „Bauhaus” sah man nach einer Periode freikünstlerischen Schriftschaffens von Feininger, Klee und Itten in der serifenlosen Schrift den adäquaten Ausdruck der neuen Inhalte und eine Parallele zur Moderne in der Architektur und in der Formgebung: die Grotesk wurde als eine Schrift des Exakten und Platonischen betrachtet.
In diesem gedanklichen Umfeld, das natürlich wie stets von denen, die es wie immer am Besten wissen, als artfremd, undeutsch und dekadent diffamiert wurde, entstanden Schriften wie die Erbar-Grotesk von Jakob Erbar (1924) und die Futura von Paul Renner (1927). Diese Schriften können als die zweite Phase in der Entwicklung und Durchsetzung der serifenlosen Linearantiqua betrachtet werden.
Das theoretische Konzept für diese typografische Entwicklung schrieb Jan Tschichold im Jahre 1928: „Die neue Typografie” war ein Buch, das den internationalen Durchbruch der „Endstrichlosen” und den damit verbundenen Stil manifestierte. Es sollte aufgeräumt werden mit dem um 1920 herrschenden „niedrigen formalen Niveau dieser verkommenen Schriften und ihrer Satzweise” (Tschichold).
Der braunen Wut war dies alles ein Ärgernis. Und als diese „Fachleute” die Macht ergriffen, war es aus mit einer freisinnigen Entwicklung, auch in der Typografie, und historisierende Tendenzen bestimmten das Geschehen. Das Bauhaus wurde geschlossen, die Lehrer emigrierten. Weiter ... Der Schweizer Stil |
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