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Zapfino Arabic - Font-Neuheiten

Zapfino Arabic

Zapfino Arabic: Ein Jahrzehnt der Zusammenarbeit zwischen Hermann Zapf und Nadine Chahine

Zapfino® Arabic wurde von der preisgekrönten libanesischen Schrift-Designerin Dr. Nadine Chahine als arabische Variante der legendären Zapfino von Prof. Hermann Zapf und in Kooperation mit dem berühmten Schrift-Designer persönlich entworfen. Dies war die dritte Kooperation der beiden Designer in fast zehn Jahren, nach der gemeinsamen Arbeit an Palatino® Arabic und Palatino Sans Arabic, sowie der Höhepunkt von zwei Jahren Arbeit.

Zapfino Arabic

Die Arbeit an Zapfino Arabic begann im Sommer 2012 und nach einer Zusammenkunft mit Prof. Zapf im August in Darmstadt, bei der die ersten Skizzen besprochen wurden, wurde das Projekt genehmigt und war startbereit. Der Gestaltungsprozess erwies sich als komplex und war von vielen Höhen und Tiefen gekennzeichnet. Aufgrund des hohen Anspruchs, die richtige Struktur und einen ansprechenden Rhythmus zu finden, der Implementierung kontextgebundener Alternativzeichen und der Tatsache, mehrere Projekte gleichzeitig zu bewältigen, ging die Arbeit nur langsam voran. In Intervallen von einigen Monaten wurden Besprechungen in Darmstadt organisiert und der Entwicklungsprozess wurde in den folgenden drei Phasen umgesetzt:

1. Modellieren der korrekten Form der einzelnen Buchstaben.
2. Entwurf der Verbindungselemente.
3. Entwurf der Wörter, d.h. Anpassen des Designs, bis sich die Zeichen zu fließenden Wortformen zusammenfügen.
4. Entwurf des Schriftbildes, d.h. Anpassen des Designs, bis die Textzeilen harmonisch wirken.

Im Sommer 2014 wurde das Projekt abgeschlossen und im November von Prof. Zapf endgültig genehmigt.

Zapfino Arabic

Designer-Interview

Ein sehr „soziales“ Projekt

Die Entstehungsgeschichte des Designs wurde auf Twitter (via @ArabicType) und Facebook (facebook.com/nadine.chahine) gepostet. Hier gab es regelmäßig aktuelle Infos über den Arbeitsfortschritt sowie Aufforderungen, Feedback zu geben oder auch über verschiedene Versionen abzustimmen. Das Feedback zum Projekt kam aus aller Welt und war ausnahmslos positiv und konstruktiv, während die Schrift nach und nach Form annahm.

Die Einbeziehung dieser sozialen Komponente hatte vor allem zwei Gründe:

1. Die Schrift war im Grunde die Erfindung eines neuen Schreibstils und die Designerin wollte das Feedback der Leser, um sicherzustellen, dass sie vom Publikum angenommen wird und gut lesbar ist.
2. Nadine ist berühmt für die Entwicklung arabischer Pendants zu lateinischen Schriften wie Helvetica, Frutiger und Univers. Aufgrund des besonders hohen Bekanntheitsgrades von Zapfino wollte sie ihr Bestreben, verschiedene Schriften harmonisch zu verbinden, mit anderen teilen und beschloss daher, den gesamten Entwurfsprozess zu veröffentlichen.
Zapfino Arabic

Die Schrift Zapfino Arabic

Das Design von Zapfino Arabic ist eine Weiterentwicklung der arabischen Schrifttradition und vereint die Stilarten Naskh und Nastaliq zu einem rückwärts geneigten, handschriftlich wirkenden Schriftstil. Die Proportionen der Zeichen entsprechen denen traditioneller Manuskripte in Naskh, aber die separaten Formen und Abschlüsse bringen eine akzentuierte, an Verzierungen erinnernde Bewegung in das Schriftbild, die sich wiederum an den extravaganten Ober- und Unterlängen der Zapfino inspiriert.

Die Schrift hat einen zarten, fließenden Stil und bietet diverse Zeichenvarianten je nach Kontext der jeweiligen Anwendung. Optimale Lesbarkeit sowie ein angenehmes Leseerlebnis waren ebenfalls wesentliche Aspekte beim Entwurf der Schrift. Der Text fließt geschmeidig mit leichter Neigung über die Grundlinie.

Zapfino Arabic ist für den Einsatz als Akzidenzschrift bestimmt, wie für Logos, Grußkarten oder kurze Überschriften. Sie eignet sich aber auch für kurze Textpassagen, Gedichte oder Kapiteleinleitungen, wenn sie groß formatiert wird und im Umfeld genügend Platz bleibt. Das Design ist weich, elegant und lässt viel Spielraum für typografische Verspieltheit.

Zapfino Arabic

Stilsätze und andere technische Details

Zapfino Arabic unterstützt die arabische Sprache, das lateinische Grundalphabet und das OpenType-Format. Sie enthält zahlreiche kontextspezifische Zeichenvarianten, die sich zu einem weich fließenden, handschriftlich wirkenden Schriftbild zusammenfügen, sowie 10 Stilsätze. Die Varianten sind keine vorgefertigten Ligaturen, sondern können über komfortable OpenType-Funktionen ausgewählt werden, was sowohl das Volumen des Zeichensatzes als auch das der Stilsätze erheblich reduziert. Die Stilsätze enthalten weitere Alternativzeichen, von breiteren Buchstabenformen bis hin zu Varianten mit abweichendem Schriftfluss und Rhythmus. Hier ein Überblick:

ss01: Worterweiterungen (breitere Varianten einiger Zeichen)
ss02: ss05 + ss06 (weicherer Textfluss)
ss03: ss04 + ss07 (strengerer Textfluss)
ss04: Gleitende Verbindungen zum geneigten Rā
ss05: Verbindungen zum astfreien Sīn
ss06: Alternatives Abschluss-Hā mit offener Punze
ss07: Astfreies eingeschlossenes Hā für bestimmte Zwecke
ss08: Flaches Mim für alle Einsatzformen des Buchstabens
ss09: Flaches breites Mīm für alle Einsatzformen des Buchstabens
ss10: Flaches Mīm zur Verwendung nur nach Dschīm

Eine Anleitung nur Nutzung der Stilsätze ist als PDF-Dokument verfügbar (englisch, 100 kb).


Besondere Sorgfalt ist bei den Einstellungen der Laufweite geboten. Aufgrund der Einschränkungen von InDesign beim Schreiben werden bei Änderungen der Laufweite zwischen zwei Zeichen die Verbindungen der rechts vom Cursor befindlichen Zeichenfolge unterbrochen. Zapfino Arabic unterstützt kontextgebundene Laufweiten, um zu verhindern, dass sich im Textfluss vor aufsteigenden Zeichenfolgen Lücken bilden.

Zapfino Arabic


Viel Spaß bei dieser Animation mit Zapfino Arabic!

Lesen Sie auch das Interview mit Dr. Nadine Chahine.

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