Devanagari



Devanagari ist ein südasiatisches Schriftsystem, das in vielen Sprachen benutzt wird, u.a. in Hindi, Konkani, Marathi, Nepali, Sanskrit, Sherpa und Sindhi. Hindi ist die meistverbreitete Sprache in Indien. Neben Englisch ist sie auch die offizielle Regierungssprache. Das Schriftsystem Devanagari stammt von Brahmi ab und ist somit auch mit allen anderen indischen Schriften verwandt, mit Ausnahme der perso-arabischen Schrift Nasta’liq, mit der Urdu geschrieben wird. Devanagari wird wie das lateinische Alphabet von links nach rechts gelesen. Im Unterschied zur lateinischen Schrift steht die Schrift jedoch nicht auf der Grundlinie, sondern hängt an der Kopfzeile. Ein auffälliges Merkmal der Schrift ist, dass die obere Linie generell über die gesamte Wortlänge durchgezogen ist.

Devanagari ist eine Silbenschrift, das heißt, die kleinste Einheit ist die Silbe, nicht der Buchstabe.* Die Konsonanten von Devanagari haben inhärente Vokalklänge. Der Vokalklang eines Konsonanten kann durch spezielle Zeichen darüber, darunter, rechts oder links vom jeweiligen Element verändert werden. Einige dieser Zeichen werden Matras genannt. Außerdem können Konsonanten mit anderen zu Konsonantenclustern verschmelzen, die durch Verbindungselemente dargestellt werden. Diese Verbindungselemente vereinen, ähnlich wie die lateinischen Ligaturen, mehrere konsonantische Klänge, wobei jeweils nur der Klang des letzten Konsonanten des Clusters erhalten bleibt.

Indische Halbformen werden „Halbkonsonanten” genannt. Verbindungen werden gebildet, indem eine oder mehrere Halbformen einer Vollform vorangestellt werden. Im Schriftbild erscheint die Halbform als Vollform, der ein bestimmtes Element fehlt. Halbformen von Buchstaben, die an der rechten Seite eine senkrechte Linie haben, werden gebildet, indem man dieses wesentliche Element entfernt. Halbformen von Buchstaben, die in der Mitte eine senkrechte Linie haben, werden gebildet, indem man diese an die rechte Seite versetzt. Bei runden Buchstaben ohne senkrechte Linien ist die Bildung von Halbformen etwas komplexer. Zusätzlich kann jeder Konsonant in eine Halbform umgewandelt werden, indem man ein Halant, also ein „Vokal-Löschzeichen” darunter setzt.

Links sehen Sie den Konsonanten „Ka”, gefolgt von vier Beispielen, in denen der Klang des inhärenten Vokals durch ein Vokalzeichen verändert wurde, das darüber, darunter bzw. an die linke oder rechte Seite gesetzt wird. Die so entstandenen neuen Silben sind „Ke”, „Ku”, „Ki” und „Kii”.

Unser westliches Zahlensystem stammt ursprünglich aus Indien und gelangte über den nahen Osten nach Europa. Obwohl Devanagari eigene Ziffern hat, enthalten viele Fonts beide Varianten. Darüber hinaus verfügt Devanagari auch über eine eigene Interpunktion, wenn diese auch in vielen Fällen durch die westliche ersetzt wird, besonders in modernen, auf Hindi verfassten Texten sowie in der meisten Prosa auf Marathi.

Oben die Ziffern 0 bis 9 in der Devanagari-Schreibweise, wie sie in der Saral Roman enthalten sind. Die Zeile darunter zeigt die lateinischen Standardziffern der gleichen Schrift in der gleichen Punktgröße.

Alle auf dieser Seite dargestellten Beispiele wurden mit der Schriftfamilie Saral™ von Linotype erstellt, die sowohl das lateinische Alphabet als auch Devanagari enthält.

Bitte berücksichtigen Sie, dass die OpenType-Funktionen bei komplexen Schriftsystemen wie Devanagari je nach Betriebssystem und anwendungsbedingten Einschränkungen nicht grundsätzlich unterstützt werden. Saral arbeitet korrekt in Microsoft Word unter Windows XP oder Vista, wenn die neuste Version von Uniscribe installiert ist. Wenn Sie Programme unter MacOS X oder Adobe-Anwendungen für beliebige Plattformen verwenden, die älter sind als CS4 (z. B. Adobe InDesign CS3), könnten verschiedene Optionen nicht funktionieren wie erwartet. Dies betrifft vor allem das Verschieben von Buchstaben, Ersetzungen und die Zeichenpositionierung. Bei kurzen Textpassagen können alternative Eingabemethoden verwendet werden. Die Schriftpaletten von Apple und Adobe sind zwei sofort verfügbare Werkzeuge, um Zeichen nach Bedarf einzufügen.

Adobe InDesign CS4 kann für die Unterstützung komplexer Schriften konfiguriert werden. Eine Anleitung finden Sie hier.

Quellen*
Hudson, John, ‘Unicode, from text to type,’ John D. Berry (ed.), Language Culture Type. New York: ATypI and Graphis (2002) p 38

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