Neue Aachen

Die Neue Aachen: Die serifenbetonte und solide Aachen jetzt als komplette Familie


Von der Qualität der ursprünglich 1969 für Letraset gezeichneten Aachen überzeugt baut Jim Wasco von Monotype Imaging die robuste Display-Schrift zu einer kompletten Familie aus.


Neue Aachen

Die von Colin Brignall gezeichnete und im Jahr 1969 von Letraset veröffentlichte Aachen™ Bold wird 1977 in Zusammenarbeit mit Alan Meeks durch die Aachen Medium ergänzt. Damit erfreuen sich die markanten Formen der Aachen nun schon seit mehreren Jahrzehnten großer Beliebtheit. Abgeleitet von serifenbetonten Egyptienne-Schriften vom Anfang des 20sten Jahrhunderts zeigt die Aachen zwar eine sehr fette, aber im Vergleich zur Egyptienne deutlich verkürzte Serifenform. Geometrische Elemente wie rechte Winkel und gerade Linien geben den schmal laufenden Buchstaben der Aachen einen leicht technischen, schablonenhaften Charakter. Trotzdem wirken die soliden Buchstaben der Aachen nicht statisch, sondern dynamisch und die für Headlines ausgelegte Schrift erfreut sich vor allem im Sport- und Fitness-Bereich großer Beliebtheit.


Neue Aachen

Jim Wasco, seit vielen Jahren Schriftdesigner bei Monotype, erkennt das Potential der Aachen und beschließt, die Schrift zur kompletten Familie auszubauen. Er übernimmt die bestehende Aachen Bold und konstruiert zunächst die leichteren Schnitte Thin und Regular. Wasco erzählt, dass vor allem die Formen der Thin für ihn eine Herausforderung waren. Er brauchte mehrere Anläufe, bis die Buchstaben der Thin in sich stimmig waren und trotzdem ausreichend gestalterischen Bezug zur ursprünglichen Aachen Bold aufwiesen. Letztendlich gelingt es ihm aber, sowohl die kurzen Serifen als auch den schmalen und leicht geometrischen Charakter der Buchstaben für die Thin zu übernehmen. Durch Interpolation entstehen die Strichstärken Light, Book, Medium und Semibold. Mit den schließlich noch ergänzten Schnitten Extralight und Extrabold steht die Neue Aachen mit stolzen neun Strichstärken zu Verfügung.


Neue Aachen

Für die neu zu entwerfenden Italic-Schnitte folgt Wasco zunächst seiner Vorliebe für echte kursive Buchstaben. Allerdings zeigen diese ersten Experimente, dass die weichen Kurven einer Kursiven nicht mit der Aachen harmonieren und zuviel des ursprünglichen Charakters verloren geht. Wasco entscheidet sich also für einen Kompromiss aus schräggestellten und kursiven Buchstaben. Die Neue Aachen Italic ist schließlich etwas schmaler als die aufrechten Schnitte gestaltet, das gemeine „a“ wechselt in die geschlossene Form und das „f“ bekommt eine Unterlänge, auf zusätzliche Schwünge in den Buchstaben wird aber verzichtet.


Neue Aachen

Der Zeichenvorrat der Schrift Neue Aachen wird deutlich ausgebaut, so dass Neue Aachen nicht nur die west-, sondern auch zentraleuropäische Sprachen unterstützt. Außerdem ergänzt Wasco das doppeläugige gemeine „g“ und verspricht sich von der über die Formatsätze zu erreichenden Buchstaben-Alternative eine bessere Lesbarkeit der Neue Aachen im Textsatz.


Neue Aachen


Neue Aachen

Sieben neue Strichstärken und eine komplett neue Italic erweitern die Einsatzmöglichkeiten der Aachen und den Gestaltungsspielraum für den Designer enorm. Haben sich die Bold-Schnitte als Displayschrift schon unter Beweis gestellt, eignen sich die neuen Book- und Regular-Schnitte vor allem für den Textsatz. Und die besondere Finesse der Ultra Light gibt Ihren Gestaltungen nochmal ein ganz eigenes Flair. Nutzen Sie die neuen Möglichkeiten und Freiheiten in Gestaltung und Einsatz der Neue Aachen nicht nur in klassischen Printproduktionen, sondern mit den verfügbaren Webfonts auch auf Internetseiten.


Neue Aachen

Lesen Sie auch das ausführliche Interview mit Jim Wasco, in dem er sich über seinen beruflichen Werdegang und die Neue Aachen äußert.

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