Das Gutenberg-Jahrbuch 2010 – gesetzt aus Malabar
In diesem Jahr wurde der Umschlag des Gutenberg-Jahrbuchs von Marcus Blättermann entworfen, einem Schüler von Prof. Georg Barber von der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle Für die Gestaltung des Jahrbuchs selbst war Prof. Ralf de Jong aus Essen verantwortlich. Das diesjährige Gutenberg-Jahrbuch wurde in verschiedenen Fonts der Schriftfamilie
Malabar™ gesetzt, einige handelsüblich und einige speziell für diesen Zweck gestaltet.
Prof. Ralf de Jong kam auf die Idee, Malabar als Satzschrift des Jahrbuchs einzusetzen. Für die Bildlegenden wurde
Gill Sans® Light mit Mediävalziffern verwendet. Malabar löste
Aldus® Nova und
Palatino Sans® ab und wird auch für das Jahrbuch 2011 verwendet werden.
Hier ein Ausschnitt aus einem Artikel über die Malabar im Jahrbuch, geschrieben von Prof. Ralf de Jong: „Während Malabar als Favorit für das Jahrbuch sofort feststand, traten bei ersten Satzproben erwartungsgemäß Probleme auf. Denn eine Schrift ist niemals nur ‚an für sich’ gut – sie muss auch im jeweiligen Kontext überzeugen. Und das Gutenberg-Jahrbuch ist nicht unbedingt die ideale Bühne für eine Zeitungsschrift: Die ohnehin kräftige Farbe der Malabar wurde im Satz zu dunkel, das Schriftbild monoton. Der große Zeilenabstand führte, verstärkt durch die stark zeilenbildende Wirkung der Serien, zu einem Streifenmuster in der Kolumne. Nur die Fußnoten liefen von Anfang an fantastisch: die Präsentation großer Textmengen in schmalen Kolumnen bei geringer Größe ist eine besondere Stärke der Malabar.
Hier zeigte sich einmal mehr die Professionalität des Gestalters, der anbot, einen helleren Schnitt mit stärker ausgeprägten Ober- und Unterlängen für das GJ zu zeichnen – aufrecht und Kursiv, jeweils mit den von uns dringend benötigten Kapitälchen. Nach wenigen Versuchen stand die Strichstärke für den Sonderschnitt fest – ein Zwischengewicht, das später auch in den Handel gelangen soll. Es vereint die Raumökonomie einer Zeitungsschrift mit der lichten Freundlichkeit einer Buchschrift. Nach der umfangreichen Anpassung des Satzspiegels wurde erst deutlich, wieviel Text bei einem geräumigen Layout mit großzügigen Weißräumen auf einer Seite Platz findet: ein Grund dafür, dass der vorliegende Band im Vergleich zu seinen direkten Vorgängern relativ schmal ausfällt.”