Malabar

Malabar: eine neue Schriftfamilie mit robusten Serifen



Malabar Anwendungsbeispiel

Die neue Schriftfamilie für lange Textpassagen Malabar™ ist wahrscheinlich die erste in der Schriftenbibliothek von Linotype, die nach einem Kaffee benannt ist. Ursprünglich trug sie einen anderen Namen. Während Dan Reynolds die ersten Strichstärken der Schrift im MA Typeface Design-Kurs an der Universität Reading (VK) entwarf, wurde sie nach dem fränkischen Helden des 8. Jahrhunderts, Karl Martell benannt. Nach seiner Rückkehr nach Berlin arbeitete Reynolds dann einige weitere Monate an der Schrift. In der Nähe seiner Wohnung in der Bergmannstraße in Kreuzberg befand sich das Café Barcomi’s. Und reichliche Mengen des Kaffees India Monsooned Malabar hinunterzustürzen, war genau das, was er brauchte, um diese robuste, antik anmutende Serifenschrift fertigzustellen.
Malabar Anwendungsbeispiel
In der Buchstabenform von Malabar ist eine markante Diagonalachse in den Kurven zu erkennen. Die stämmigen Serifen verstärken das Textbild in kleinen Größen und definieren den allgemeinen Charakter der Schrift. Malabar hat eine große x-Höhe. Diese bewusste Entscheidung bewirkt, dass die wichtigsten Elemente der Kleinbuchstaben bei sehr klein gesetzten Texten sichtbar größer erscheinen. Die Höhe der Großbuchstaben ist eher gering, was die Buchstaben harmonischer und die Schrift beim Setzen in deutscher Sprache weniger schwerfällig wirken lässt.

Trotz ihres Renaissance Antiqua-Charakters werden die Varianten Roman und Regular sowohl von zeitgenössischen Stilen (abgeschnittene Enden, das breiter gezeichnete S) als auch von Meistern aus dem 16. Jahrhundert inspiriert. Dementsprechend verweist auch die Kursiv-Variante auf antike Schriften und entspricht gleichzeitig modernen Anforderungen. Die Neigungen der Kursivschrift beginnen bei 9°. Bei der Antiqua werden die schmalen Serifen mit zunehmender Strichstärke flacher. Malabar Heavy eignet sich bestens für Überschriften. Malabar Bold und Bold Italic können zum Hervorheben von Text verwendet werden, wofür die Versionen Heavy und Heavy Italic zu dunkel sind.
Malabar Anwendungsbeispiel
Die Kleinbuchstaben haben zwei Arten von Serifen: die an der x-Höhe und den Oberlängen und die an der Grundlinie und den Unterlängen. Die oberen Serifen sind dreieckig und fahnenähnlich. Die unteren sind eng und asymmetrisch. Die linke Seite der unteren Serifen hat einen markanteren Winkel als die rechte. Im Gesamtbild wirken die Serifen, besonders bei groß gesetzter Schrift, sehr einfach, fast primitiv. Diese Direktheit in den Serifen ist im Bestimmungszweck der Schrift verwurzelt: Kleine Texte für den Zeitungsdruck. In kleinen Textgrößen werden die Serifen so winzig, dass fein gezeichnete von den schwerfälligen von Malabar nicht mehr zu unterscheiden sind. Je nach Druckqualität können besonders fein gezeichnete Serifen sogar unterbrochen dargestellt werden. Die Serifen von Malabar wurden eigens entworfen, um genau dieses Problem zu beheben. Aber auch was modellierte Serifen betrifft, die nur in großen Graden zur Geltung kommen, zeigt sich Malabar keinesfalls befangen.
Malabar Anwendungsbeispiel
Kapitälchen und Großbuchstaben sind in der Regel ähnlich. Die Kapitälchen haben vielleicht etwas weitere Proportionen und natürlich eine geringere Höhe, aber meistens weichen sie in ihrer Form nur selten von den Großbuchstaben ab.

Die Kapitälchen und Großbuchstaben von Malabar beruhen auf den gleichen Grundformen, allerdings mit zwei Ausnahmen: dem P und dem R. Obwohl Kapitälchen definitionsgemäß kleiner sind als Großbuchstaben, erscheinen sie im Textsatz öfter gemeinsam mit Kleinbuchstaben und es könnte sich anbieten, sie als Kleinbuchstaben zu setzen, um ein harmonisches Gesamtbild zu erzielen. Im Idealfall sollten Kapitälchen jedoch eine dritte Auszeichnungsart schaffen, die sich aus Elementen der beiden anderen zusammensetzt.
Malabar Anwendungsbeispiel
Abgesehen davon, dass die Bold- und Heavy-Versionen von Malabar dunkler und breiter sind als die Regular-Schrift, ist ihre x-Höhe größer und die Überweiten sind markanter. Mit zunehmender Strichstärke nimmt außerdem auch der Linienkontrast zu. Zwischen Regular und Heavy unterscheiden sich die schmalen Linien weniger als die breiten.
Malabar Anwendungsbeispiel
Im Vergleich zur Heavy-Version ist Malabar Bold rund 61 Prozent fetter als die Regular. Malabar Bold, Bold Italic, Heavy und Heavy Italic haben weder Kapitälchen noch Mediävalziffern, sondern lediglich Antiquaziffern. Sie verfügen jedoch über die gleichen Ligaturen wie Malabar Regular sowie komplette Sätze hoch- und tiefgestellter Ziffern.
Malabar Anwendungsbeispiel
Auch die Kursiv-Variante verweist auf antike Schriften und entspricht gleichzeitig modernen Anforderungen. Die Neigungen beginnen bei 9° (Malabar Heavy Italic hat eine Neigung von 12°). Die Großbuchstaben ebenso wie die Ziffern der Kursivschriften wirken mehr oder weniger wie eine geneigte Antiqua, während die Kleinbuchstaben wesentlich kursiver ausfallen. Diese Version hat keine Serifen und die Buchstaben haben klare Innen- und Außenlinien. Dennoch erinnern sie an die Serifen-Versionen von Malabar, weil sie ebenfalls lang und scharf gezeichnet sind.

Malabar erhielt das Certificate of Excellence in Type Design auf dem TDC2 2009 und den Deutschen Designpreis 2010.

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