70 Jahre Schrift-Design

70 Jahre Schrift-Design! Die lange Design-Historie des Ehepaars Zapf

Das Ehepaar Zapf, beide 1918 in Deutschland geboren, gehört zu den produktivsten Personen in der Branche des Schrift-Designs. In ihrer langen Karriere haben sie alle Techniken der Schiftherstellung durchgemacht. In den 50er Jahren den klassischen Bleisatz, dann die präzisen Vorlagen für die verschiedenen Systeme des Fotosatzes und seit einigen Jahren die Aufbereitung von Buchstaben als digitale Wiedergabe. Von der Kunst der Kalligrafie über das Buchbinden bis hin zum Grafik-Design. 2008 feiern die beiden ihren 90. Geburtstag und wir von Linotype.com sind uns sicher, dass unsere Leser und Kunden ihnen sehr gerne ihre Glückwünsche übermitteln würden.

Senden Sie den Zapfs hier Ihre Geburtstagswünsche.

Hermann Zapf startete seine Karriere als Retuscheur-Lehrling in Nürnberg. Während er sein Handwerk erlernte, traf er bei der Arbeit auf Rudolf Koch und entwickelte rasch ein besonderes Interesse an Schrift. In seiner Freizeit studierte er Bücher von Rudolf Koch und Edward Johnston, analysierte historische Schriftproben aus der Stadtbücherei und eroberte sich die Kunst der Kalligrafie. Nach Abschluss seiner vierjährigen Lehre zog er nach Frankfurt, um für Paul Koch – dem Sohn von Rudolf Koch – zu arbeiten. Hier in Frankfurt machte er bald Bekanntschaft mit der Schriftgießerei D. Stempel AG und Linotype. Im Alter von 20 Jahren hatte er bereits seine erste Schrift entworfen – eine Fraktur namens Gilgengart.

Originalzeichnungen der Gilgengart Fraktur
Originalzeichnungen der Gilgengart Fraktur für den Stempelschneider August Rosenberger vom 19. März 1939. Es sind auch die verschiedenen Varianten für den Großbuchstaben D dargestellt.

Gudrun Zapf von Hesse erlernte das Buchbinderhandwerk 1934–1937 bei Prof. Otto Dorfner in Weimar und arbeitete dort als Gesellin bis zu ihrer Meisterprüfung 1940. Schon während ihrer Ausbildung intensive Beschäftigung mit Schriftscheiben nach Büchern von Rudolf Koch und Edward Johnston. Tätigkeit als Meisterin in Berlin 1941, nebenbei Schriftunterricht bei Johannes Boehland. Ab 1946 eigene Buchbinderwerkstatt in Frankfurt am Main. Von 1946 bis 1954 gab sie Schriftunterricht an der Städelschule, Staatliche Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt. 1951 kam bei der Schriftgießerei D. Stempel AG ihre erste Druckschrift „Diotima®” heraus.
Das war etwa zu dem Zeitpunkt, als Hermann und Gudrun heirateten. Wie Hermann erzählte: „Argwöhnische Zeitgenossen könnten denken, dass ich nur die Konkurrenz weggeheiratet habe, wie es die großen Firmen heute tun. Aber das ist nicht wahr. Ich denke, meine Frau zeigt Ihnen allen, wie erstaunlich unabhängig sie ist und welche herausragenden künstlerischen Fähigkeiten sie besitzt.”

Kalligrafie, 1968
Diese Kalligrafie entstand mit spitzem Pinsel und ohne irgendwelche Vorgaben. Der Text stammt von Carl Michael Bellmann. Ausgeführt zu später Stunde 1968 auf einer Papierserviette im „Gylden Freden” Restaurant in Stockholm.
Auch wenn sie getrennt an ihren Projekten arbeiten, haben sie gemeinsam eine beeindruckende Sammlung an Schriften vorzuweisen. Gudrun schuf Schrift-Designs für Stempel, URW, Bitstream, Berthold, Hallmark und natürlich auch für Linotype. 1991 wurde ihr der Frederick W. Goudy Award für Typographie vom Rochester Institute of Technology verliehen.
Hermann entwarf einige der bekanntesten Schriften, unter anderem Palatino®, Optima®, und Zapfino®. Er gewann unzählige Preise und Auszeichnungen, einschließlich des ersten Frederick W. Goudy Awards sowie den Gutenberg-Preis der Stadt Mainz 1974. Die Universität von Illinois verlieh ihm 2003 den Ehrendoktor der Schönen Künste. Von 1977 bis 1987 lehrte er typographische Computer-Programme am Rochester Institute of Technology.
Jetzt hat Linotype aus der Vielzahl der bekannten Designs von Gudrun und Hermann Zapf zwei besondere Pakete zur Erweiterung Ihrer Zapf-Schriftensammlung zusammengestellt. Wir freuen uns, Ihnen heute das neue Zapf Value Pack mit fünf besonders gelungenen Designs des Paares sowie die umfangreiche „Gudrun and Hermann Zapf Collection” mit 143 Fonts anbieten zu können – diese enthält einige exklusive Schrift-Kleinode, die nirgendwo sonst erhältlich sind!

Zitat von Pablo Picasso
Zitat von Pablo Picasso. „Unter den Menschen gibt es viel mehr Kopien als Originale”. Text der Neujahrskarte 1994 von Hermann und Gudrun Zapf.
Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der Lebensgeschichte von Hermann und Gudrun Zapf. Weitere Einzelheiten über das Leben von Hermann finden Sie in seiner Autobiografie „Alphabetgeschichten. Eine Chronik technischer Entwicklungen.” (2007).

Senden Sie den Zapfs hier Ihre Geburtstagswünsche.

Verwandte Produkte

119 US$
In den Warenkorb