Eurostile verdrängte aber Microgramma nicht vom Markt und Letztere wurde irgendwann zu einer Schriftfamilie mit fünf Designs erweitert, die die Versionen Regular, Condensed, Extended sowie Bold einschließlich einer eigenen Extended-Variante enthielt. Als Novarese Eurostile entwarf, schuf er passende Kleinbuchstaben für alle fünf Gewichtungen sowie zusätzlich eine neue Bold Condensed und eine besonders schmale Variante, die er Eurostile Compact nannte. Nun gab es von der ursprünglichen Eurostile stolze sieben Varianten.
Linotype bietet Eurostile schon seit Jahrzehnten an und schuf Anfang der Achtzigerjahre in Kooperation mit Adobe die digitale PostScript-Variante.
Das charakteristische Merkmal von Eurostile ist neben dem Fehlen von Serifen ihr eckiges Design. Viele Buchstaben sehen so aus, als wäre bei ihrer Gestaltung zunächst ein alter Fernsehbildschirm nachgezeichnet worden. Das Design beinhaltet eine gewisse Symmetrie und mathematische Qualität.
Hermann Zapf nannte diese Form die „Superkurve“ und benutzte sie für seine Serifen-Zeitungsschrift
Melior®. Aufgrund seiner geometrischen Linienführung passt Eurostile auch zu Fonts wie
Avenir®,
Futura®, und
ITC Avant Garde Gothic®, obwohl sie auf den ersten Blick ganz anders aussieht.
Eurostile hat eine beachtliche x-Höhe und ist unverwechselbar, ohne überladen zu wirken. Mit anderen Worten, sie ist kein Ersatz für serifenlose Textschriften wie
Univers® oder
Franklin Gothic™. Dennoch ist sie leicht anzuwenden und bietet den zusätzlichen Vorteil, sich von der Menge der anderen Schriften des serifenlosen Genres abzuheben.
Eurostile hat viele individuell gestaltete Buchstaben. Einige der interessantesten sind das K und das k mit Diagonalen, die die Vertikale nicht berühren, oder das kleine t, dessen Querbalken rechts länger ist und sich die abschließende Kurve erneut bis zur Vertikale biegt. A, M, N, V und W haben abgeflachte Spitzen und das Q hat das ungewöhnliche Merkmal, dass der Schweif nach innen länger ist als nach außen.
Das kleine a von Eurostile ist vom traditionellen offenen Typ im Stil der Grotesk- und meisten römischen Schriften des 19. Jahrhunderts. Der Querbalken des kleinen f ahmt den des kleinen t nach und das g ist geschlossen wie bei den Schriften
Helvetica ® oder Futura.