Erweiterte Schriftfamilien von Monotype

ITC Officina Pro und Dante Pro

Im Linotype Webshop finden Sie zahlreiche erweiterte OpenType-Schriftfamilien, mit denen Sie große Textmengen erstellen können. Viele dieser Schriften wurden vom Monotype Design Studio entworfen. Diesen Monat präsentieren wir Ihnen zwei Favoriten: das Schriftsystem ITC Officina® Pro vom Ende der Achtziger und den Textfont Dante® Pro aus den fünfziger Jahren. Beide Fonts wurden jüngst aktualisiert und erweitert, um auch die neuste Digitaltechnologie optimal nutzen zu können.



ITC Officina Pro


Zweckmäßig und gleichzeitig stilvoll – ein Ideal? Nein – ITC Officina! Diese umfassende und unglaublich vielseitige Schriftfamilie bietet industriefähige Zweckmäßigkeit ohne jeden Kompromiss an den Charme. Und jetzt ist diese Schrift auch im OpenType-Format erhältlich.

Erik Spiekermann bemerkte einmal, dass ebenso wie Hunde ihren Besitzern ähneln, Schrift-Designer so aussehen wie ihre Fonts. „Adrian Frutiger ist schweizerisch, religiös und genau, Gerard Unger ist dünn, lang und wirtschaftlich”, erklärte er. Diese Theorie ist möglicherweise recht treffend. Erik Spiekermann ist ein Ikonoklast, ein Multitalent, ein Kommunikationsgenie und hat fast immer ein spitzbübisches Funkeln in seinen Augen. Und ITC Officina, eins seiner ersten Schriftsysteme, hat genau diese Charakterzüge – spitzbübisches Funkeln inklusive.
Vielfältigst einsetzbar
Als Erik Spiekermann Anfang der Achtziger die erste Version von Officina entwarf, wollte er eine Schriftfamilie schaffen, die sich besonders für Bürokorrespondenz und Geschäftsdokumentationen eignet. Während des Designprozesses enthüllte Officina jedoch weitere Fähigkeiten, die über den ursprünglichen Zweck weit hinausgingen. Erste Tests ergaben, dass Officina für sich allein schon einen exzellent lesbaren, bemerkenswert praktischen Schriftstil darstellt. Der Ehrgeiz von Spiekermann ging nun über die Büroumgebung hinaus und er strebte nach einer Schrift, die sich für diverse Druckanwendungen eignen sollte.
Industriereife Power mit Stil
ITC Officina ist eine große Schriftfamilie. Die Versionen mit und ohne Serifen sind in fünf Gewichtungen verfügbar, alle mit einer eigenen Kursiv-Ausführung. Dank der zwanzig verschiedenen Stile ist diese Schrift ein hoch effizientes Kommunikationsinstrument. Dementsprechend ist das Design kompakt, um die Schrift platzsparend zu halten. Außerdem gestaltete Spiekermann die Punzen voll und die Serifen breit, sodass die Lesbarkeit auch Herausforderungen wie kleinen Formaten, geringer Auflösung der Ausgabegeräte und dünneren Papiersorten standhalten.
Die Kursivschriften der Familie ITC Officina sind im Vergleich zur Antiqua-Version nur wenig geneigt. Stattdessen wurden kursive Andeutungen eingearbeitet, die zum einen Eleganz vermitteln und zum anderen die Lesbarkeit optimieren.
Weitere Merkmale, die den Charakter von ITC Officina ausmachen, sind die gerade Gestaltung normalerweise gekrümmter Linien wie beim b, beim d und beim g sowie angedeutete Kurven bei typischerweise geraden Linien von Kleinbuchstaben wie f oder g. Dadurch wird die absolute Zweckmäßigkeit von ITC Officina mit viel Stil kombiniert.
Jetzt auch im OpenType-Format
ITC Officina Pro wurde von Erik Spiekermann als originalgetreue Erweiterung seiner Arbeit genehmigt. Die neuen Fonts bieten zahlreiche OpenType-Fähigkeiten, einschließlich der automatischen Einfügung von Mediävalziffern, Ligaturen und Kapitälchen.
Neben Englisch, Französisch, Deutsch und anderen westeuropäischen Sprachen unterstützt der erweiterte OpenType-Schriftsatz auch die meisten mittel- und osteuropäischen Sprachen.



Dante Pro


Seit seinem Ursprung als Handsatz-Font, der von dem großen Giovanni Mardersteig entworfen wurde, über weitere Versionen für Bleisatz, Fotosatz und digitale Setztechniken, bewährte sich Dante stets als zeitlos schönes und begehrtes Design. Jetzt ist die Schrift auch im OpenType-Format erhältlich.
Die ersten Fonts der Schrift Dante waren das Produkt der Zusammenarbeit zwischen zwei herausragenden Künstlern: dem Typografen, Buch- und Schriftdesigner mit bemerkenswerten Fähigkeiten und ausgezeichnetem Geschmack Giovanni Mardersteig und Charles Malin, einem der bedeutendsten Stempelschneider des 20. Jahrhunderts.
Mardersteig wurde im Jahr 1892 geboren. Schon im jugendlichen Alter entwickelte er ein leidenschaftliches Interesse für die Schriften und Drucke von Giambattista Bodoni. Die Stempel und Matrizen der Originalschriften von Bodoni blieben erhalten und Mardersteig erhielt die Genehmigung, sie zu verwenden. Charles Malin ersetzte einige der Originalstempel und schuf später weitere für fast alle neuen Schriften von Mardersteig.
Dante ist das letzte und erfolgreichste Design von Mardersteig. Mit der Zeit hatte er sich fundierte Kenntnisse darüber angeeignet, was eine Schrift ansprechend, lesbar und attraktiv macht. Aus der langjährigen Kooperation mit Malin lernte er außerdem die Feinheiten der Buchstabenkonstruktion und die zwei Künstler arbeiteten eng zusammen, um ein gut lesbares Design zu schaffen. Besondere Sorgfalt widmeten sie hierbei der Gestaltung der Serifen und oberen Rundungen der Kleinbuchstaben, mit dem Ziel, eine subtile horizontale Spannung zu erzeugen, die das Auge des Lesers sanft über die Zeilen führt.
Nach sechs Jahren Arbeit wurden die Fonts im Jahr 1955 für den Druck des Werkes Trattatello in Laude di Dante von Bocaccio gewählt. An diesem Werk inspiriert sich auch der Name der Schrift.
Das Maschinenzeitalter
Mit Genehmigung von Mardersteig entwickelte Monotype die Maschinensatzversionen von Dante. Mit den Originalstempeln als Modell war das Design-Studio von Monotype in der Lage, eine außerordentlich genaue Interpretation der Schrift zu schaffen. Dies ist eine umso beachtlichere Leistung, wenn man berücksichtigt, dass das Original ohne all die Einschränkungen für die Buchstabenbreite und Zeichenabstände entworfen wurde, die hingegen beim Maschinensatz bestehen.
Außerdem wollte Monotype die ursprünglich nur in Antiqua- und Kursivversion existierende Schrift erweitern, wofür es jedoch gegenüber dem Autor des Designs einiger Überzeugungsfähigkeit bedurfte. Mardersteig hatte weder Verwendung für zusätzliche Versionen auf seiner Presse noch Interesse daran, die von Monotype gewünschten Gewichtungen zu entwerfen. Mardersteig war nicht leicht zu überzeugen, aber die freundliche Beharrlichkeit von Monotype und die Hilfe des zwanzigjährigen Matthew Carter stimmten ihn schließlich um.
Neue Technologien
Dante hatte sofort Erfolg und als Monotype mit der Produktion von Lichtsatzausrüstungen begann, wurde auch diese Schrift rasch für die neue Technik angepasst. Dank den Digitalfonts ist das Schrift-Design heute praktisch frei von allen Einschränkungen, die die Metall- und Lichtsatztechniken implizierten. Anfang der Neunzigerjahre überarbeitete Monotype die Schrift mit dem Ziel, das Original von Mardersteig genauer widerzuspiegeln.

Verwandte Produkte