Schriften im Focus, August 2007

 Diablo
Diablo™ von Jim Parkinson ist ein Diplay-Design bestehend aus einem Einzelschnitt. Der Look stammt von Beispielen, gefunden in handschriftlichen Büchern des frühen 20. Jahrhunderts sowie von Plakatbeschriftungen aus derselben Zeit. Dem Aussehen von Diablo haftet etwas von der Arts & Crafts-Bewegung an. Die Schrift wirkt äußerst schwer mit ihrem Unicase-Design und verfügt über keine echten „Kleinbuchstaben”. Einige Glyphen bei den Grossbuchstaben sind Alternativen zu den Formen im Grossbuchstaben-Stil, die auf der Kleinbuchstaben-Tastatur zu finden sind, z. B. A, E, F, H, J, K, M, N, Q, R, V, W und Z. Die Grossbuchstaben sind etwas ausgeschmückter und runder als die Kleinbuchstaben. Auf jeden Fall sind Gross- und Kleinbuchstaben untereinander frei austauschbar, je nachdem, wie es für den Text am besten aussieht.
Linotype Face Value
Linotype Face Value™, eine Schrift des amerikanischen Designers Danton Shombing, ist eine Symbolschrift mit 62 stilisierten, eckigen „Gesichtern”. Vier davon sind „Schwarz und Weiss”, hier ist das Design in der Mitte geteilt. Andere Symbole sind zueinander gehörende Pärchen: zwei Glyphen teilen sich dasselbe Design, jeweils in positive und negative Kopien. Viele der Designs spiegeln sich auch gegenseitig. Linotype Face Value ist die perfekte Wahl für fröhliche „Smilies”, die in Web- oder Print-Designs integriert werden können. Je grösser man sie macht, desto besser kommen sie zur Geltung.
Greeting Monotone
Greeting Monotone™ wurde 1927 von Morris Fuller Benton erstellt und basiert auf Jugendstil-Vorlagen. Die Schrift ist gut geeignet für Überschriften, Verpackungen und Grusskarten.
ITC Braganza
Die ITC Braganza ist das Werk des britischen Designers Phill Grimshaw, eine elegante Schrift, die ihre Inspiration aus der Renaissance bezieht. Der Name „Braganza” bezieht sich auf Katharina von Braganza, der Herzogin von Braganza, die eine bedeutende Person ihrer Zeit war. Der senkrechte Schreibstil zeigt die ganze Eleganz und Raffinesse der Königshöfe der damaligen Zeit.
ITC Kulukundis
ITC Kulukundis™ des Designers Daniel Pelavin ist eine aufrechte, verbundene Schreibschrift, die aussieht, als sei sie aus glänzendem Chrom konstruiert, etwa für einen amerikanischen Roadster der 1950er-Jahre. Obwohl Pelavin sich bei seinem Design sehr frei an einer vertikalen französischen Handschrift orientierte, handelt es sich keineswegs um eine realistische Wiedergabe: Im Gegensatz zu kalligrafischen Schreibschriften sind die Verbindungselemente zwischen den Minuskeln alle identisch, wobei die geraden Diagonalen der Schrift ihr Breite, Großzügigkeit und Kontinuität verleihen. Unter anderem lässt sich die ITC Kulukundis auch als dekorative Randverzierung für spezielle Anlässe einsetzen.
ITC Resavska
ITC Resavska Sans
Die ersten Entwürfe der ITC Resavska™-Schriftfamilie machte Olivera Stojadinovic mit dem Ziel, eine Schrift zu erstellen, die in kleinen Schriftgraden lesbar ist. Stojadinovic fügte dem Originaldesign geometrische Serifen hinzu, um vier Schnitte mit Serifen und serifenlose Unterfamilien zu gestalten. Jeder Schnitt (ausser Black) ist mit einem kursiven Gegenstück ausgestattet.
Jimbo
Die Jimbo™ ist eine enthusiastische, sympathische Auszeichnungsschrift, entworfen von Jim Parkinson, einem Schriftkünstler und Designer aus Oakland (Kalifornien). Sie basiert auf einem frühen Logotyp für Parkinsons Studio und verkörpert das Charisma der Werbung und der Schildmalerei um die Mitte des 20. Jahrhunderts. „Sie wirkt wie eine glückliche Bodoni”, sagt Parkinson. Diese zwei-achsige Multiple-Master-Schrift kann bei Bedarf in zahlreichen Stärken und Schnitten von Regular Condensed bis Black Extended verwendet werden. Obwohl in erster Linie für den Einsatz in grossen Auszeichnungsschriftgraden konzipiert, ist sie auch für kürzere Texte in Schriftgraden bis 12 Punkt gut lesbar. Eine ideale Schrift für Schilder, Werbung und Verpackungen.
Mateo
Linotype Mateo™ gehört zu den Schriften der Take Type Library, welche die Gewinnerschriften des von Linotype veranstalteten Internationalen Digital Type Design Contest in den Jahren 1994 bis 1997 präsentiert. Die Linotype Mateo wurde von Hans-Jürgen Ellenberger in drei Schnitten gestaltet. Die Buchstabenformen dieser Schrift setzen sich ausschließlich aus Geraden zusammen. Die fehlenden Rundungen lassen die Schrift kantig erscheinen. Sie scheint mit Mühe und Kraft in einen harten Untergrund geritzt worden zu sein. Die Mateo Roman behält trotz ihrer spröden Eckigkeit einen Handschriftcharakter. Der fette Schnitt und die ergänzende Outline besitzen ausgeprägte Strichstärkenkontraste, behalten aber trotzdem die eckige, bewusst unbeholfene Anmutung bei. Die Mateo Roman eignet sich für den Satz kleinerer Textmengen, während sich die Mateo Bold ideal im Headlinebereich anwenden lässt.
Perrywood
Die Perrywood™-Schriftfamilie enthält einige altmodisch anmutende Komponenten, welche der Schrift einen vertrauten Look geben. Viel Aufmerksamkeit wurde darauf gelegt, das Design für eine gute Ausgabequalität in kleinen Schriftgraden und bei Ausgabegeräten mit niedriger Auflösung zu entwickeln. Die Konsistenz der Buchstabenformen erlaubt einen engen Buchstabenabstand, wodurch die Wörter kompakt wirken, exzellent lesbar sind und der vorhandene Raum gut genutzt wird. Perrywood bietet eine gute Lesbarkeit und ist auch in Verbindung mit farbigen Texten gut einsetzbar für Texte in Korrespondenzen, Faxen und Reports.
Quartz
Die Buchstabenformen der Quartz bauen auf den limitierten rechteckigen Darstellungsmöglichkeiten der Quartzuhren und LCD-Displays auf. Ausschließlich aus rechtwinklig angeordneten Geraden setzen sich die abstrakten Buchstabenbilder zusammen. Parallel zum legendären Einzug des Computers in alle Lebensbereiche gelangten auch die für elektronische Leser geschaffenen Schriften zu großer Popularität, wie erstmals die OCR-Schriften. Deren Standard ist bis heute gültig und wird immer wieder neu aufgegriffen und abgewandelt. Aus der Trend-Typografie sind Fonts dieser Art nicht mehr wegzudenken. Sie verkörpern das Lebensgefühl am Ende des 20sten Jahrhunderts. Sinnvoll einsetzbar ist die Quartz immer dann, wenn eine starke Kontrastwirkung zu herkömmlichen Alphabeten erzielt werden soll.
Scene
Klar, Ruhig. Äusserst gut lesbar. Dies ist der Design-Auftrag, den sich Sebastian Lester selbst gab, als er mit der Schaffung der Scene®-Schriftfamilie begann.
Mit diesem Hintergrundwissen sollte man nicht annehmen, dass die ersten kommerziellen Fonts von Lester „alternative” Display-Designs waren, beeinflusst durch elektronische Spiele und House-Musik. Lester begann seine Karriere nach der ehrenhaften Graduierung am Central Saint Martins College of Art and Design in London. Er verbrachte mehrere Jahre damit, für die Musik- und Spiele-Industrie Designs zu erstellen; er experimentierte im Bereich der 3D-Animation. Im Jahr 2000 kam er zu Monotype Imaging und erstellte Fonts für den Bildschirm- und den Druckbereich. „Ich hatte immer ein starkes Interesse an Schrift und Typografie”, sagt Lester, „aber als ich mit der Schaffung von Textschriften für Monotype Imaging begann, bekam ich neue Einsichten bezüglich der Details und Feinheiten im Bereich Schriftendesign.”
Lester began seine Arbeit an der Schrift Scene, nachdem er einige Corporate-Fonts für Monotype Imaging entwickelt hatte. Er hatte das Anliegen, Graphik-Designer und Kreative-Direktoren mit einer Reihe von Schriften zu versorgen, die als fundierte Grundlage bei Corporate-Projekten dienen konnten. Auch wollte er berücksichten, was er bezüglich guter Lesbarkeit an Bildschirmen und im Druckbereich gelernt hatte. Die Klarheit der Familie Scene beruht zu einem großen Teil darauf, dass die X-Höhe angenehm zwischen der von Helvetica und Verdana angesiedelt ist. Großzügige Punzen, lange Ober- und Unterlängen und besonders schön gezeichnete Buchstaben spielen dabei auch eine Rolle. Lester legte besonderen Wert auf die Buchstabenabstände und die Unterschneidung,um in jeder Größe eine optimale Typografie zu gewährleisten.
Scene ist das Ergebnis von zwei Jahren Arbeit nach Feierabend und an Wochenenden. „Ich begann damit als eine Art Teilzeit-Projekt,” so Lester, „das Ganze endete jedoch praktisch als zweiter Vollzeitjob.”” Die komplette Schriftfamilie enthält sechs Schnitte mit den begleitenden Kursiven. Desweiteren ist ein Satz von „Semi-Sans”-Zeichen enthalten, um mehr Wort-Rhythmus bei Überschriften und Textblöcken zu erzielen. Zusätzlich wurden liniehaltende sowie Mediaeval-Ziffern für alle sechs Schnitte erstellt.
„Ich bin sehr zufrieden mit dieser Schriftfamilie,” strahlt Lester. „Ich glaube, ich habe ein wirklich starkes Kommunikationsmittel geschaffen, das Designern, die im Bereich Corporate Identity oder anderen Design-Anwendungsgebieten arbeiten, viel zu bieten hat.” Das sehen wir ganz genau so!
Zaragoza
Die Zaragoza™, ein Entwurf des britischen Designer Phill Grimshaw, ist eine eigenwillige und sehr schön gestaltete Schrift mit charakteristischem Zickzackband im Innern. Grosszügige Grossbuchstaben harmonieren mit dicht aneinandergefügten Kleinbuchstaben, wodurch das Aussehen einer echten Handschrift nachgebildet werden soll.