Die Franklin Gothic wurde 1904 von Morris Fuller Benton für die American Type Founders Company gestaltet. Sie war, zusammen mit ihrer Schwester, der ebenfalls von Benton gezeichneten leichteren News Gothic, der Prototyp der amerikanischen Grotesk. Auch in Europa wurden diese beiden amerikanischen Groteskfamilien schnell populär und oft den europäischen Groteskschriften vorgezogen. Als Ursache hierfür könnte ihre stärkere Orientierung an den Antiqua-Schriften sein (z.B. erkennbar am doppelbäuchigen g) gegenüber den extrem geometrischen Formen der europäischen Groteskschriften. In den dreißiger Jahren, der Zeit der Futura und der Kabel gerieten sie etwas in Vergessenheit, erlebten aber in den späten Vierzigern ein starkes Comeback. Ursprünglich nur als halbfette Schrift entwickelt, wurde sie später durch Victor Caruso im Auftrag der ITC um weitere Schnitte ergänzt. Diese ITC Gothic hat im Vergleich zum Original eine größere Mittelhöhe und schmallaufendere Kleinbuchstaben ohne jedoch den typischen Charakter des Originals zu verändern. Die schweren, von der Zeichnung bestimmten Formen ergeben ein robustes, abwechslungsreiches und ein als modern und kühl empfundenes Schriftbild. Sie wird besonders in Anzeigen und anderen Werbemitteln verwendet.