Rod McDonald

Als Designer, Dozent, Historiker und Autor beschäftigt sich Rod McDonald seit dem Beginn seiner beruflichen Laufbahn Anfang der 1970er Jahre mit fast allen Aspekten der Typografie. Obwohl er bereits in der Vergangenheit ein anerkannter Schriftenzeichner war, sollte es 20 Jahre dauern, bis er seine erste eigene Schrift entwarf.

„Ich hatte das Gefühl, dass meine berufliche Entwicklung stagnierte“, erinnert sich McDonald. „Ich entwarf viele Wortmarken und Schriftzüge für Unternehmen, aber ich wollte mehr. Ich wollte selbst eine echte Textschrift entwerfen.“ Sein erstes diesbezügliches Projekt war ein sehr detailreiches, einfühlsames Revival der Schrift Cartier von Carl Dair. Cartier entstand ursprünglich im Jahr 1967 anlässlich des 100. Jahrestages der Gründung der Kanadischen Konföderation und war die erste lateinische Schrift, die in Kanada entworfen wurde. Mit seinem digitalen Revival Cartier™ Book optimierte McDonald das mitunter problematische Original und baute es zu einer zweckmäßigen Schriftfamilie aus, die eine eigene Persönlichkeit ausstrahlt und gleichzeitig bemerkenswert gut lesbar ist.

Seine zweite Schriftfamilie schuf McDonald im Jahr 2001, nachdem ihn die Redaktion des kanadischen Nachrichtenmagazins Maclean’s in ihr Design-Team aufgenommen hatte, um der seit nunmehr 96 Jahren bestehenden Zeitschrift einen neuen Look zu verleihen. McDonald erhielt den Auftrag, für den Namen des Magazins einen neuen Schriftzug zu entwerfen und war für alle typografischen Aspekte der Zeitschrift verantwortlich. Dies umfasste auch den Entwurf einer neuen Textschriftfamilie. Und es geschah das allererste Mal in der Geschichte, dass ein kanadisches Magazin eine eigene Schrift in Auftrag gab.

Diese Schrift mit dem Namen Laurentian™ Book für die Zeitschrift Canada Day erschien erstmalig in der Ausgabe vom 1. Juli 2001. Im Januar 2003 wurde Laurentian zum jährlichen Schriftenwettbewerb des New York Type Directors Club präsentiert und zählte zu den 13 Schriften, die von der internationalen Jury eine Anerkennung erhielten. Heute ist Laurentian Bestandteil der Schriftenbibliothek von Monotype. 2011 war die Schriftfamilie Egyptian Slate™ eine der 50 prämierten Schriften im Rahmen des Wettbewerbs ATypI Letter.2 in Buenos Aires.

McDonald war sowohl als freischaffender Schriftdesigner als auch in Teams namhafter Unternehmen wie Mono Lino Typesetting oder Cooper & Beatty in Toronto tätig. Seine Alphabete, Wortmarken und Symbole wurden von weltbekannten Unternehmen und Institutionen wie General Motors, dem National Arts Centre in Ottawa sowie von Magazinen wie Canadian Business oder Chatelaine eingesetzt. Darüber hinaus leitete er zahlreiche Typografie-Kurse im Ontario College of Art & Design in Toronto und in der NSCAD University in Halifax.

Im April wurde McDonald Mitglied bei „The Society of Graphic Designers of Canada“ (GDC). Außerdem schreibt er eine Kolumne über Typografie für das Applid Arts Magazine.

Die neueste Schriftveröffentlichung von McDonald ist Classic Grotesque™, eine individuelle, gut ausgebaute Grotesfamilie für viele Anwendungsgebiete.