1936 gab der Deutsche Normenausschuß das Normblatt DIN 1451, Nachfolger des Normblattes 1450, heraus. Laut den Mitteilungen des Deutschen Normenausschußes sollte für Beschriftungen in den Bereichen Technik, Verkehr, Verwaltung und Wirtschaft eine einheitliche Schrift geschaffen werden. Die Form der Grotesk wählte der Deutsche Normenausschuß, weil sie am leichtesten von Ungeübten geschrieben werden konnte, zudem weit verbreitet und sehr gut lesbar ist. Für die Werbung und andere "kunstbeeinflußte Zwecke" war diese Schrift nicht vorgesehen. Auch über ihre ästhetischen Qualitäten wird seit langem gestritten. Ungeachtet dessen hat sich diese Schrift jedoch, die jeden Tag von Orts-und Hinweisschildern prangt, die also jeder schon gesehen hat, den Weg in die Werbung gebahnt. Die DIN 1451 wird in Mittel- und Engschrift angeboten, um jedes Format füllen zu können. Das Alphabet ist, ganz nach seinem Zweck, nahezu ausdruckslos auf der Grundform eines Vierecks aufgebaut. Ästhetische Gesichtspunkte wurden der Vereinfachung und der leichten Handhabung untergeordnet. So gibt es fast keine Strichstärkenunterschiede und auch keine individuellen Details. Beeinflußt wurde dieser Schrifttyp duch die nach dem ersten Weltkrieg sich durchsetzende moderne konstruktivistische Auffassung, die sich im Bauhaus oder im deutschen Werkbund manifestierte und in allen ästhetischen Lebensbereichen spürbar wurde. Der durch die Herstellung, unter anderem auch für Zeichenschablonen, bedingte Schnurzugcharakter dieser Schrift wird heute besonders in der Werbung als modern und zeittypisch empfunden.