Akira sagt ... Der monatliche typografische Tipp von Linotype

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Akira sagt ...

Der typografische Tipp des Monats von Akira Kobayashi, dem künstlerischen Leiter bei Linotype!

Oktober 2007: Ein paar Worte zum Thema Buchstaben-Spationierung/Unterschneidung

Optische Spationierung mit Adobe InDesign
Adobe InDesign enthält eine Option, die das optische Spationieren oder Unterschneiden zwischen Glyphen-Paaren ermöglicht. Die Anwahl der optischen Spationierung überschreibt die metrische Information, die im Font-File selbst enthalten ist sowie spezifische Werte, die eventuell über das Fenster eingegeben wurden.



Über den Umgang mit grossen Textmengen
Besonders bei umfangreichen Textmengen empfehlen wir, auf die metrischen Werte zu vertrauen, welche die fontspezifischen Spationierungs-Informationen beinhalten, definiert durch den Schrift-Designer oder Schrifthersteller. Bei grossen Textmengen, damit sind ganze Absätze, Seiten oder noch umfangreichere Inhalte gemeint, die mit einem gut gemachten Font erstellt werden, dessen Einstellungen für den Einsatz bei Büchern, Magazinen, Zeitungen, usw. gedacht ist, sollte man keinesfalls ganze Textblöcke auswählen und die Unterschneidungswerte optisch modifizieren. Es sei denn, Sie empfinden die komplette Spationierung des Fonts als ungeeignet!


Text mit veränderter Laufweite


Text mit metrischen Standardwerten

Optische Einstellungen bei speziellen Glyphen-Paaren
Die optischen Einstellung ist hauptsächlich für spezielle Glyphen-Kombinationen geeignet. Wenn Sie zum Beispiel bemerken, dass zwischen zwei „W” und „A” zuviel oder zu wenig Raum vorhanden ist, Sie jedoch nicht sicher sind, welchen genauen Wert Sie eingeben müssen, um den Zwischenraum zu optimieren, dann können Sie die optischen Einstellungen verwenden. Für eine solche Anwendung kann dies sehr gut funktionieren. Vertrauen Sie einfach Ihrem Auge und Ihrer Intuition!




Hinzufügen von zusätzlichem Raum bei komplett in Versalien erstellen Wörtern oder bei Kapitälchen, jedoch ohne die Verwendung der Unterschneidungsfunktion
Bei der traditionellen Bucherstellung werden Kapitälchen oft für lebende Kolumnentitel oder für die ersten Worte oder Zeilen eines Kapitels verwendet. Kapitälchen werden auch innerhalb ganzer Textpassagen verwendet. Werden ganze Worte komplett aus Versalien erstellt oder Kapitälchen verwendet, wird nahezu immer eine zusätzliche Spationierung zusätzlich zu der im Font festgelegten Schriftinformation benötigt (siehe dazu auch den Font-Beitrag zum korrekten Gebrauch von Kapitälchen (englisch).




Spationieren ganzer Wörter? Dafür sollte man in jedem Fall von dem Gebrauch der in InDesign verfügbaren optischen Spationierung absehen. Das Spationieren von zwei sich in verschiedenen Wörtern befindenden Buchstaben mag sinnvoll sein, sowie auch die Spationierung von zwei Buchstaben unterschiedlicher Grösse zum Erfolg führen kann. Die Spationierung kompletter Wörter kann sogar zu einem verfälschten Aussehen derselben führen. Nutzen Sie die Option des optischen Unterschneidens deshalb ausschliesslich zum Ausgleich von Zwischenräumen nur bei individuellen Buchstabenpaaren, nicht um die Spationierung eines kompletten Wortes zu erzielen.



Für die Beispiele verwendete Fonts:
Sabon®
Frutiger® Capitalis
Nami™
Bauer Bodoni™

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