Georges Peignot zeichnete die Cochin nach Kupferstechervorlagen des 18. Jahrhunderts. Er benannte sie nach dem französischen barocken Kupferstecher Charles Nicolas Cochin (1715-1790), mit dessen Stil die Schrift allerdings wenig zu tun hat. Vielmehr beinhaltet diese Schrift eine kuriose Mischung verschiedener Stilelemente und könnte der typografischen Neorenaissancebewegung zugerechnet werden, von der das französische Schriftgußwesen ansonsten unberührt blieb. Geschnitten wurden die Cochin von Charles Malin 1912 für die Pariser Schiftgießerei Deberny & Peignot. In vielem erinnert diese Schrift an die amerikanische Ohio, die vor 1907 bei ATF erschien. Die Cochin hat ein besonders großes und breites Bild, einige Minuskeln haben sehr lange Schäfte, die Serifen der Versalien wirken breit und schmal. Trotz ihrer zeichnerischen Unausgeglichenheit wurde die Cochin in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Welterfolg und von vielen Gießereien vertrieben.