Pleasures of Design

In der Linotype-Bibliothek gibt es mehr als 7.000 Schriften. Darunter eine Reihe von Bestsellern, alte und neu entwickelte Schriften, die Schriftdesigner von Weltruf für Linotype entworfen haben.

Diese sehr breite Auswahl kann eine Herausforderung sein, insbesondere, wenn Sie sich nur auf Ihren eigenen, subjektiven Geschmack verlassen. Es gibt jedoch einige praktische Erwägungen, die Ihnen die Auswahl einer Schrift für einen bestimmten Einsatzbereich erleichtern können.

Achten Sie bei einer Schrift immer auf fünf Merkmale:
1. Hat die Schrift Serifen?
2. Die Form der Serifen, falls vorhanden.
3. Der Unterschied zwischen dick zu dünn bei den Buchstabenstrichen.
4. Die Richtung des dicken Buchstabenteils einer Rundung – „Betonung” genannt.
5. Die mittlere Breite der Zeichen – „Laufweite” genannt.
Am einfachsten erkennen Sie diese anhand des Längenvergleichs vollständiger Alphabete derselben Punktgröße.

Die Wahl kann auch durch eine grobe Einteilung der Schriften in acht Gruppen vereinfacht werden:
– Renaissance-Antiqua
– Barock-Antiqua
– Klassizistische Antiqua
– Serifenbetonte Schrift
– Serifenlose Schrift
– Dekorative und Display-Schriften
– Schreib- und Pinselschriften
– Gebrochene Schriften
Diese Einteilung ist sehr grob. Viele Schriften, vor allem jüngeren Datums, weisen Merkmale aus mehreren Gruppen auf.

Renaissance-Antiqua-Schriften haben normalerweise leicht gekehlte Serifen, mit einem gemäßigten Wechsel von dicken zu dünnen Balken im Buchstaben und einer schrägen Richtung der Fetten in Rundungen. Die Kursivform ist gewöhnlich leicht dekorativ. Die Buchstaben wirken tendenziell etwas leichter, wobei die Schriftfamilie gewöhnlich auch eine fette Version enthält.

Barock-Antiqua-Schriften haben Serifen, die deutlicher gekehlt sind und der Wechsel von dicken zu dünnen Balken ist ausgeprägter, ohne jedoch abrupt zu wirken. Die Richtung der Fetten in den Rundungen ist nicht ganz so offensichtlich schräg.

Klassizistische Antiqua- Schriften haben feine, ungekehlte (Haarlinien-) Serifen mit starkem Kontrast zwischen dicken und dünnen Balken. Die Richtung der Fetten in den Rundungen verläuft streng vertikale.

Serifenbetonte Schriftenhaben, wie der Name schon sagt, deutlich fette, rechteckige Serifen. Das Design des übrigen Buchstabens kann unterschiedlich ausfallen, aber der Unterschied zwischen den dicken und dünnen Teilen der Buchstaben ist gering.

Serifenlos sind alle Schriften ohne Endstriche (Serifen) am Ende von Stamm, Querstrichen und Ausläufern.

Dekorative und Display-Schriften sind nur für die Verwendung weniger Wörter gedacht. Für fortlaufenden Text sind sie nicht geeignet.

Schreib- und Pinselschriften wirken informell und eignen sich daher gut für Werbe- und Display-Zwecke, nicht jedoch für längere Textpassagen.

Gebrochene oder Frakturschriften basieren auf den formalen mittelalterlichen Breitfederschriften. Sie haben eine markante historische Wirkung, sind aber gewöhnlich schwer lesbar, wenn es über mehr als ein paar Worte hinausgeht.

Zwar ist es bislang wissenschaftlich nicht erwiesen, aber es gilt als Faustregel, dass längere Fließtexte in einer Serifenschrift leichter lesbar sind als in einer serifenlosen Schrift.

Serifenlose Schriften wirken nüchtern und geschäftsmäßig. Mitunter verfügen sie über eine breite Auswahl an Schriftschnitten. Damit sind sie besonders nützlich für Werbung und Display-Anwendungen. Serifenlose Schriften lassen sich auf glattem, mattem, nicht-reflektierendem Papier sehr gut reproduzieren.

Alphabete mit geringer Fette und relativ kurzen Serifen sowie geringem Unterschied zwischen dicken und dünnen Strichen wirken am besten bei hoher Auflösung und auf mattem oder grobem Papier.

Schriften mit schwereren Serifen und einem deutlicheren Unterschied zwischen dicken und dünnen Balken werden bei niedrigeren Auflösungen auf den unterschiedlichsten Papieren gut wiedergegeben.

Schriften mit sehr feinen Serifen und vertikaler Richtung der Fetten in Kurven wirken bei höheren Auflösungen besser. Der scharfe Kontrast zwischen dicken und dünnen Strichen kommt am besten auf glatter Papieroberfläche heraus.

Bei schmalen Textspalten sollten breite Schriften vermieden werden. Bedenken Sie aber, dass schmale Schnitte über längere Textpassagen ermüdend wirken können.


Schriftfamilien
Viele Schriften sind in Familien mit unterschiedlichen Fetten und sonstigen Varianten verfügbar, von schmal bis breit. Das Arbeiten mit einer Familie hat den Vorteil, dass die Schriften sich gut miteinander kombinieren lassen und der Kontrast zwischen den Schnitten so deutlich ist, dass die Leser den Unterschied bemerken. Selten ist es nötig, mehr als zwei oder drei Schnitte innerhalb desselben Dokuments zu verwenden. In jedem Fall sollten Sie diese jedoch durchgängig verwenden.

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