Antiqua?
Der Begriff Antiqua bezeichnet Serifen- und meistens Mediävalschriften (Garamond-Antiqua, Palatino-Antiqua, usw.). Antiqua entspricht genau genommen dem Zusatz „roman” in der englischsprachigen Typografie, um zwischen vertikalen und kursiven Schriften innerhalb einer Familie zu unterscheiden.
Historische Grundlagen
Das von breiter Handschrift und dem Schreibstil des Designers selbst beeinflusste Originalkonzept von Paul Renner umfasste die Schnitte Regular, Italic, Bold und Bold Condensed. Allerdings wurden nur die Regular- und Italic-Version produziert und verkauft.
Die römischen Großbuchstaben haben einen „modernen“ Stil wie bei Schriften, die zwischen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts verbreitet waren. Obwohl sie in Gestaltung und Struktur von den Kleinbuchstaben abweichen, lassen sie sich doch gut kombinieren. Denn genau dies ist die Vielfalt, die man von einem Meister wie Renner erwarten kann. Auch seine Futura gestaltete Renner mit Großbuchstaben, die an antike römische Versalien erinnern, während die Kleinbuchstaben geometrischer aufgebaut sind und nicht auf historischen Vorlagen basieren.
Christopher Burke schreibt in seiner
1998 veröffentlichten Monographie über Paul Renner, dass Renner Antiqua möglicherweise auch durch den Stil des holländischen Stempelschneiders Johann Michael Fleischmann aus dem 18. Jahrhundert beeinflußt wurde.
Die Italic-Version von Renner Antiqua nannte sich ursprünglich Renner Kursiv, wie es für deutsche Schriften zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht untypisch war.