Frutiger™ Capitalis
At first glance, Frutiger Capitalis Regular and Outline may seem related to the roman type Capitalis Monumentalis, but upon closer examination, the fonts reveal a vitality unknown to the characters the Romans etched in stone. Frutiger confesses that creating Capitalis was "a liberation." After working on so many sophisticated and meticulously designed typefaces, Capitalis was a breath of fresh air.
Stylistically, Frutiger Capitalis Outline forms a bridge to Frutiger [...]
Über die Lesbarkeit
Unter dem Einfluss der verschieden Druckverfahren hat die lateinische Textschrift subtile Formveränderungen erfahren. Grundsätzlich neue Formen sind jedoch keine entstanden. Als Demonstration dafür sind acht a in den meistgelesenen Schriftstilen mit einem Drehraster versehen und übereinander kopiert. Das Resultat zeigt eine erstaunliche Übereinstimmung.
Die Meridien entwarf Adrian Frutiger Mitte der 50er Jahre als Bleisatzschrift für die Pariser Schriftgießerei Deberny & Peignot. Frutiger selbst sagte zu seiner Schrift, bei deren Gestaltung er sich an seinem großen Vorbild, der Jenson aus dem 16.Jahrhundert orientierte: "Als ich die Meridien schuf, lag mir daran, den Schrifttypen das Starre zu nehmen, sie zu versehen mit einem Duktus natürlichen Wachstums. Die Ermüdung beim Lesen zu vermeiden, stand neben ästhetischen Überlegungen im Vordergrund." Mit dieser Intension ist in Form der Meridien eine lebendige Textschrift entstanden, in welcher die Strichführung ausschließlich auf Kurvenlinien aufgebaut ist. Der Bezug zum Handwerk - zum Werk der Hände - ist in dieser frühen Arbeit Frutigers noch ganz offensichtlich. In den Details ließ Frutiger auch Elemente der Latine-Schriften einfließen. Diese entwickelten sich im 19. Jahrhundert in Frankreich, angeregt durch den Einzug der Lithografie, die freiere Formen zuließ. Typisch für die Latinen, die meist als Werbe- und Plakatschriften entstanden, sind ihre dreieckigen Serifenformen, die sich auch bei der Meridien wiederfinden. Diese unterstreichen die Schriftlinie stärker als paralelle Serifen und bilden spannungsreiche Buchstabeninnen- und Zwischenräume.