Designer: Monotype Design Studio, 1929
Die Ursprünge der Bembo führen zu einem der größten Drucker der Renaissance - zu keinem geringeren als Aldus Manutius. Dieser verwendete im Jahre 1496 einen neuen Schnitt einer Antiqua, den er sich von Francesco Griffo da Bologna hatte schneiden lassen, um das kurze Traktat "De Aetna" von Pietro Bembo zu drucken. Gerade diese Antiqua sollte für die Entwicklung der Druckschrift eine nicht wegzudenkende Bedeutung erhalten. Unter dem Begriff "aldinische Antiqua" leitete sie eine ganze Reihe von Schriften ein, die als "Antiqua des Aldinischen Typus" weltbekannt wurden. Prägend für die erste Entwicklungsphase dieses neuen Typus war der Einfluß der klassischen römischen Momumentalschrift, u.a. erkennbar an der leichten Schräglage des s. Weiterhin setzt der Querstrich des kleinen e außergewöhnlich hoch an und erhält mit zunehmender Entwicklung eine stetig abnehmende Neigung. Diese Antiqua verwendete die Monotype Corporation in London nun als Vorlage, um in der Verantwortung von Stanley Morison (der u.a. auch die Times New Roman hervorbrachte) 1929 einen Nachschnitt fertigen zu lassen, der den Namen Bembo tragen sollte. Morison nahm hierbei einige Änderungen vor. Er modifizierte die Form des versalen G. Als Vorlage zur Kursiv der Monotype verwendete er nicht den Schnitt des Francesco Griffo aus Bologna, den Aldus Manutius ursprünglich bevorzugte, sondern eine Kursiv aus dem Musterbuch des Giovanni Tagliente von 1524 in Venedig. Kursive Versalien mußten dazu aus den Versalien der Antiqua abgeleitet werden. Die Bembo, eine Renaissance-Antiqua, ist eine außerordentlich gute Leseschrift. Mit ihrem zeitlos klassischen Charakter kann sie in fast allen Bereichen Verwendung finden.