Gottfried Pott– Einblicke in die Welt der Kalligraphie
Natürlich darf ich in diesem Zusammenhang die chinesische Tusche nicht vergessen. Ich bin immer wieder begeistert von diesem einzigartigen Werkstoff. Diese Tusche ist unübertroffen in ihrer Tonskala vom tiefen, deckenden Schwarz bis zum transparenten, lichten Grauton. Ein Tuschestein wird mit etwas destilliertem Wasser in der Vertiefung des Reibesteins durch kreisförmige Bewegungen angerieben. Tusche, Reibestein, Pinsel und Papier bilden in der asiatischen Kalligraphie eine Einheit. In der westlichen Kalligraphie wird in diesem Quartett der Pinsel durch die Feder ersetzt. Chinesische Tusche ist nicht radierfest, es wäre ein Widerspruch, die samtige Farbschicht anzugreifen. Der Fachhandel bietet unter der Bezeichnung Sumi-ink auch gebrauchsfertige Tusche an. Diese kann aber im Vergleich zur angeriebenen Tusche qualitativ nicht bestehen.